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US-Senator startet Anfrage an Binance wegen Iran- und Russland-Vorwuerfen

Senator Richard Blumenthal fordert von Binance Unterlagen zu Berichten ueber bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Transfers mit Bezug zu sanktionierten Akteuren und setzt eine Frist bis Anfang Maerz.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: US-Senator startet Anfrage an Binance wegen Iran- und Russland-Vorwuerfen
  • Blumenthal schrieb am 24 Februar 2026 an CEO Richard Teng und leitete eine Vorpruefung im Permanenten Unterausschuss fuer Ermittlungen ein.
  • In dem Schreiben werden Berichte ueber Partner wie Hexa Whale und Blessed Trust sowie mutmasslich tausende Iran-bezogene Accounts auf der Plattform genannt.
  • Der Senator fragt auch nach internen Untersuchungen und nach Personalentscheidungen in Compliance-Teams nach Hinweisen auf verdaechtige Aktivitaet.
  • Binance steht seit frueheren US-Verfahren unter erhoehter Beobachtung bei Sanktions- und AML-Standards und baut Kontrollsysteme aus.
  • Der Fall beruehrt den Stablecoin-Markt, weil dollar-gebundene Tokens haeufig als Abwicklungsinstrument fuer grenzueberschreitende Zahlungen dienen.

Binance steht in den USA erneut unter politischem Druck. Senator Richard Blumenthal hat am 24. Februar 2026 eine formelle Anfrage an Binance-CEO Richard Teng gestartet und fordert detaillierte Auskuenfte zu Berichten ueber Transaktionen mit Bezug zu sanktionierten Akteuren aus dem Iran sowie zu russlandbezogenen Netzwerkstrukturen.

In dem Schreiben werden unter anderem Geldwaesche-Vorwuerfe in Hoehe von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar erwaehnt, die ueber die Plattform gelaufen sein sollen. Zudem fragt der Senator nach der Rolle externer Partner wie Hexa Whale und Blessed Trust, nach dem Umgang mit mutmasslich tausenden Iran-bezogenen Accounts und nach internen Untersuchungen, die solche Aktivitaeten identifiziert haben sollen. Auch Personalfragen sind Teil der Anfrage: Blumenthal will wissen, ob und warum Mitarbeiter aus Compliance- und Ermittlungsfunktionen suspendiert oder entlassen wurden, nachdem sie verdaechtige Muster gemeldet hatten.

Binance ist fuer US-Behoerden kein Neuling. Nach frueheren Verfahren und Vergleichen in den USA hat die Boerse ihre Compliance-Programme ausgebaut, einschliesslich Screening gegen Sanktionslisten, Transaktionsmonitoring und strengeren Know-Your-Customer-Prozessen. Gerade in einem Markt, in dem Stablecoins und Kryptowerte grenzueberschreitend in Sekunden transferiert werden koennen, bleibt die Frage zentral, wie effektiv solche Kontrollen in der Praxis greifen und wie schnell Plattformen auf neue Umgehungsmuster reagieren.

Die politische Dimension hat auch fuer den gesamten Stablecoin- und Boersenmarkt Gewicht. Stablecoins fungieren haeufig als Liquiditaetsbruecke zwischen Fiat und Krypto, werden aber zugleich als potenzieller Kanal fuer Sanktionsumgehung und Geldwaesche diskutiert. Jede neue Untersuchung erhoeht den Druck auf Boersen, Handelsplaetze und Emittenten, ihre Onboarding- und Monitoring-Prozesse zu dokumentieren und die Nachvollziehbarkeit der Zahlungsstroeme zu verbessern.

Fuer Krypto-Unternehmen ist das nicht nur eine Rechtsfrage, sondern auch eine Frage der Infrastruktur: Wenn Banken, Zahlungsdienstleister oder institutionelle Partner mehr Risiko sehen, werden Ein- und Auszahlungen teurer oder langsamer, und Market Maker ziehen Liquiditaet ab. In der Vergangenheit haben Boersen in solchen Phasen ihre Zugangsbeschraenkungen fuer bestimmte Regionen, Token oder Zahlungswege verschaerft, um regulatorische Risiken zu reduzieren.

Als naechster Schritt steht die Beantwortung der Fragen und die Vorlage von Unterlagen im Raum; in dem Schreiben wird eine Frist bis Anfang Maerz genannt. Ob daraus Hearings, weitere Ermittlungen oder gesetzgeberische Initiativen entstehen, haengt davon ab, welche Informationen geliefert werden und wie die zitierten Vorwuerfe belegt werden koennen.