BNP Paribas tokenisiert Geldmarktfonds-Anteilsklasse auf Ethereum und testet permissioned Transfers
BNP Paribas Asset Management hat am 20 Februar 2026 eine tokenisierte Anteilsklasse eines bestehenden französischen Geldmarktfonds auf dem öffentlichen Ethereum-Netzwerk emittiert und dabei ein permissioned Zugangsmodell für berechtigte Teilnehmer genutzt.
- BNP Paribas Asset Management hat eine tokenisierte Anteilsklasse eines französischen Geldmarktfonds ausgegeben und die Token auf Ethereum registriert.
- Die Übertragbarkeit ist laut BNP Paribas über ein permissioned Access Model auf autorisierte und geeignete Teilnehmer begrenzt und damit in einen regulierten Rahmen eingebettet.
- Das Pilotprojekt wurde als Intra-Group-Experiment umgesetzt und verbindet BNP Paribas Asset Management, die CIB-Plattform AssetFoundry und BNP Paribas Securities Services.
- Securities Services agiert dabei als Transfer Agent und hält in der Pilotarchitektur die Wallet und Private Keys für die tokenisierten Fondsanteile.
- BNP Paribas ordnet den Schritt als weiteren Test von End-to-End-Fondsprozessen ein, nachdem zuvor bereits tokenisierte MMF-Anteile in Luxemburg auf privater Blockchain emittiert wurden.
Was BNP Paribas umgesetzt hat: BNP Paribas Asset Management hat am 20. Februar 2026 eine tokenisierte Anteilsklasse eines bestehenden französischen Geldmarktfonds ausgegeben. Die tokenisierten Anteile wurden auf dem öffentlichen Ethereum-Netzwerk registriert und über die konzerninterne Plattform AssetFoundry abgewickelt. Anders als bei offenen, frei übertragbaren Tokens arbeitet der Pilot mit einem permissioned Zugang: Halten und Übertragen ist nur für berechtigte und autorisierte Teilnehmer möglich, sodass das Experiment in einem kontrollierten, regulatorisch kompatiblen Rahmen bleibt.
Was „tokenisierte Anteilsklasse“ in diesem Kontext bedeutet: Technisch wird eine Fondsanteilsklasse als Token-Repräsentation abgebildet, die Eigentums- und Transferinformationen on-chain führt. Ökonomisch bleibt es ein Fondsanteil, dessen Rechte, Bewertungslogik und regulatorische Anforderungen außerhalb der Blockchain verankert sind. Der Mehrwert entsteht dort, wo Tokenisierung Prozesse standardisieren kann – etwa bei Übertragungen, bei der Abstimmung zwischen Transfer Agent, Verwahrstelle und Ausgabestelle oder bei der automatisierten Prüfung von Teilnehmerberechtigung. In Geldmarktfonds-Szenarien steht zudem die Frage im Raum, ob tokenisierte MMF-Anteile perspektivisch als Baustein für Cash-Management und als on-chain Sicherheiteninstrument dienen können.
Die Rollen im Pilot: BNP Paribas beschreibt das Projekt als Intra-Group-Experiment, das die Expertise von Asset Management, der CIB-Digital-Asset-Plattform AssetFoundry und dem Geschäft von BNP Paribas Securities Services bündelt. Securities Services fungiert im Aufbau als Transfer Agent und hält in der Pilotarchitektur Wallet und Private Keys. Das ist ein wichtiger Punkt, weil er zeigt, dass die Bank das Experiment nicht als „Self-Custody“-Modell positioniert, sondern als Erweiterung bestehender, beaufsichtigter Rollen im Fonds-Ökosystem – mit klarer Verantwortlichkeit für Registerführung, Transferkontrolle und operative Sicherheit.
Warum Ethereum, aber nicht „permissionless“: Die Wahl einer öffentlichen Blockchain schafft Interoperabilität und eine größere Entwickler- und Infrastruktur-Basis als viele private Netzwerke. Gleichzeitig sind Fondsanteile ein reguliertes Produkt; deshalb begrenzt das permissioned Modell die Teilnahme und verhindert, dass Token unkontrolliert in nicht geprüfte Wallets wandern. Dieser hybride Ansatz versucht, die Vorteile öffentlicher Netze (Standardisierung, Tooling, Resilienz) mit den Anforderungen an KYC/AML, Eignungsprüfung und Transferbeschränkungen zu verbinden.
Einordnung und nächste Beobachtungspunkte: BNP Paribas nennt den Schritt einen weiteren Meilenstein in der Erforschung von Fonds-Tokenisierung auf öffentlicher Infrastruktur und verweist darauf, dass zuvor bereits eine tokenisierte Geldmarktfonds-Emission in Luxemburg auf privater Blockchain umgesetzt wurde. Für den Markt ist nun relevant, ob und wann aus solchen Piloten externe Teilnehmer (z.B. andere Finanzinstitute) eingebunden werden, wie sich Transfer- und Settlement-Prozesse in reale Produktionsumgebungen übertragen lassen und welche Rolle stabile, regulierte Zahlungs-Token für die Abwicklung spielen können. Tokenisierte Fondsanteile werden damit weniger als „Krypto-Produkt“, sondern als potenzielle Modernisierungsschicht für bestehende Kapitalmarktprozesse getestet.