Chainalysis: Ransomware-Zahlungen sinken 2025 trotz mehr Angriffen und hoeherer Durchschnittsloesegelder
Chainalysis beziffert die on-chain nachvollziehbaren Ransomware-Zahlungen 2025 auf rund 820 Millionen US-Dollar, waehrend die Zahl der gemeldeten Angriffe deutlich stieg und die mediane Zahlung stark zunahm.
- Chainalysis beziffert die erfassten Ransomware-Zahlungen 2025 auf etwa 820 Millionen US-Dollar und damit rund acht Prozent unter Vorjahr.
- Gleichzeitig stieg die Zahl der von Gruppen beanspruchten Angriffe nach den Daten des Reports um rund 50 Prozent.
- Die mediane Zahlung pro Vorfall legte in der Auswertung um 368 Prozent zu und lag bei rund 60 Tausend US-Dollar.
- Die Forscher rechnen damit, dass der 2025er Gesamtwert mit spaeteren Zuordnungen noch Richtung 900 Millionen US-Dollar steigen kann.
- Der Report beschreibt eine Fragmentierung der Szene nach Stoerungen durch Strafverfolger sowie mehr Widerstand von Opfern gegen Zahlungen.
Die Krypto-Rolle im Ransomware-Geschaeft verschiebt sich: Nach einer aktuellen Auswertung von Chainalysis sind die on-chain nachvollziehbaren Ransomware-Einnahmen im Jahr 2025 gesunken, obwohl deutlich mehr Angriffe gemeldet wurden. In der Summe wuerden diese Daten auf eine geringere Zahlungsbereitschaft, auf stoerungsanfaelligere kriminelle Infrastruktur und auf eine staerkere Polarisierung der Forderungen hindeuten.
Chainalysis beziffert die im Jahr 2025 identifizierten Zahlungen auf rund 820 Millionen US-Dollar, was einem Rueckgang von etwa acht Prozent gegenueber dem Vorjahr entspreche. Parallel dazu stieg die Zahl der von Gruppen beanspruchten Angriffe nach den Daten des Berichts um rund 50 Prozent. Die Kombination aus mehr Vorfaellen und weniger erfasster Gesamtzahlung deutet darauf hin, dass ein groesserer Anteil der betroffenen Organisationen entweder nicht zahlt, schneller wiederherstellt oder Zahlungen durch Verhandlungen, Versicherungsregeln oder externe Hilfe reduziert.
Ein zweiter Befund zeigt jedoch, dass der Druck fuer einzelne Opfer gewachsen ist: Die mediane Ransomware-Zahlung sei 2025 um 368 Prozent gestiegen und habe bei knapp 60 Tausend US-Dollar gelegen. Damit wirkt das Geschaeft weniger wie ein Massenmodell mit vielen mittleren Zahlungen, sondern wie ein Mix aus vielen Attacken und einer kleineren Zahl grosser, durchsetzbarer Zahlungen. Sicherheitsmedien verweisen in ihren Zusammenfassungen zudem darauf, dass die Zahlungsquote auf ein Rekordtief gefallen sei, obwohl die Leak-Sites der Gruppen mehr Opfer listen.
Die Datenlage bleibt dynamisch. Chainalysis weist darauf hin, dass die Gesamtwerte fuer 2025 mit zusaetzlichen Zuordnungen spaeter noch steigen koennen, weil nicht alle Zahlungen sofort identifiziert werden. In den Einschraenkungen zum Datensatz wird ein moeglicher Anstieg bis in den Bereich von 900 Millionen US-Dollar genannt, sobald weitere Events und Zahlungsstroeme aufgeschluesselt sind. Fuer die Bewertung ist das wichtig, weil Kriminelle zunehmend versuchen, Spuren durch Mix-Strukturen, Bruecken oder das Wechseln von Assets zu verschleiern.
Als Treiber fuer die Veraenderung nennt der Report unter anderem Stoerungen durch Strafverfolger, die einige grosse Gruppen getroffen und den Markt fragmentiert haben. Daraus entsteht eine dezentralere Landschaft mit kleineren Akteuren, die haeufig schlechtere Malware einsetzen und schneller Fehler machen, was Opfer etwa durch bessere Decryptor-Verfuegbarkeit oder Forensik ausnutzen koennen. Zugleich verlagern professionelle Akteure ihre Taktik auf groessere Ziele, bei denen selbst ein niedrigerer Zahlungssatz hohe Einzelerloese liefern kann.
Fuer Krypto-Plattformen und Zahlungsdienstleister ist der Befund zweischneidig. Sinkende erfasste Zahlungen senken den unmittelbaren Geldfluss, aber die steigende Medianzahlung erhoeht die Bedeutung frueher Erkennung, schneller Blockierung von Zahlungswegen und enger Zusammenarbeit bei Wallet-Attribution. Da Ransomware weiterhin auf digitaler Liquiditaet basiert, bleibt der Druck auf Exchanges, Stablecoin-Emittenten und Analytics-Anbieter hoch, verdachtsbezogene Zahlungsstroeme schneller zu erkennen und zu unterbinden.