Ethereum Foundation skizziert 'Strawmap' mit sieben moeglichen Hard Forks bis 2029
Die Ethereum Foundation hat mit der 'Strawmap' eine Diskussionsvorlage fuer Layer-1-Upgrades bis 2029 veroefentlicht und priorisiert schnelleres Finality, Skalierung, Privatsphaere und Quantenresistenz.
- Die 'Strawmap' ist als lebendes Dokument angelegt und soll quartalsweise aktualisiert werden.
- Die Vorlage ordnet bis zu sieben moegliche Hard Forks in einem groben Sechs-Monats-Rhythmus bis 2029.
- Im Fokus stehen schnelleres Finality, hoeherer Layer-1-Durchsatz und mehr Kapazitaet fuer Rollups.
- Fuer 2026 nennt die Strawmap das Upgrade 'Glamsterdam' mit ePBS und Block-level Access Lists als Headliner-Themen.
- Parallel diskutiert Vitalik Buterin eine mehrstufige Umstellung zentraler Kryptografie-Bausteine auf post-quantum Verfahren.
Ethereum hat einen selten klaren Blick nach vorn veroefentlicht: Forschende der Ethereum Foundation haben mit der sogenannten 'Strawmap' eine oeffentliche Diskussionsvorlage vorgestellt, die moegliche Layer-1-Upgrades bis 2029 in einen zeitlichen Zusammenhang setzt. Anders als klassische Roadmaps ist die Strawmap explizit als Work-in-Progress gedacht. Sie soll helfen, Abhaengigkeiten zwischen Vorschlaegen sichtbar zu machen und die Koordination zwischen Core-Entwicklung, Client-Teams und dem Rollup-Oekosystem zu verbessern.
Die Vorlage nennt mehrere strategische Ziele: Finalitaet im Sekundenbereich, deutlich mehr Durchsatz auf Layer 1, mehr Datenverfuegbarkeit fuer Layer-2-Rollups, sowie Sicherheitsarbeit in Richtung post-quantum Kryptografie. Zusaetzlich taucht 'Built-in Privacy' als langfristige Stossrichtung auf, etwa ueber geschuetzte ETH-Transfers. In Summe zeichnet die Strawmap ein Bild, in dem Ethereum die Basis-Schicht nicht nur stabilisiert, sondern wieder staerker als Plattform fuer schnelle Abwicklung und als Sicherheitsanker fuer L2 positioniert.
Fuer das Jahr 2026 wird in der Strawmap das Upgrade 'Glamsterdam' als naechster grosser Meilenstein genannt. Als Headliner werden unter anderem Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS) und Block-level Access Lists gefuehrt. In Kombination mit weiteren Arbeiten an Ausfuehrungs-Parallelisierung und Gaslimit-Anhebungen soll das Paket sowohl die Performance als auch die Robustheit des Protokolls verbessern. Die Ethereum Foundation betont zugleich, dass Zeitplanung und Umfang nicht als Zusage zu verstehen sind, sondern als Diskussionsgrundlage, die über Feedback und Forschung weiter praezisiert wird.
Parallel zur Strawmap gewinnt ein weiteres Thema an Gewicht: die Frage, wie schnell die Kryptografie des Netzwerks auf moegliche Fortschritte beim Quantencomputing reagieren muss. Vitalik Buterin skizzierte in einem eigenen Beitrag eine mehrstufige Umstellung mehrerer Kryptografie-Komponenten, um zentrale Angriffsvektoren zu schliessen. In der Deutung vieler Entwickler haengt das Thema direkt mit der Strawmap zusammen, weil post-quantum Signaturen und STARK-freundliche Kryptografie als langfristige Bausteine in der Planung auftauchen.
Fuer Anwender und Entwickler ist entscheidend, dass die Strawmap weniger ein Fahrplan mit fixen Terminen ist, sondern eine Prioritaeten- und Abhaengigkeitskarte. Die kommenden Monate werden zeigen, welche Vorschlaege in konkrete EIPs und Testnet-Zyklen uebergehen und wie sich die Balance zwischen Layer-1-Expansion und Rollup-Fokus entwickelt. Unabhaengig vom Ausgang signalisiert die Veroeffentlichung: Ethereum will die Debatte ueber Skalierung, Sicherheit und Nutzererlebnis wieder staerker auf Protokoll-Ebene strukturieren und damit planbarer machen.