EU‑Chemieproduzenten verlangen Untersuchung gegen chinesischen Konkurrenten LB Group
Europäische Produzenten werfen LB Group vor, mit staatlichen Beihilfen und dem Kauf eines britischen Werks EU‑Anti‑Dumpingzölle zu umgehen und fordern Prüfung nach der Foreign Subsidies Regulation.
Nach Angaben aus Branchenkreisen haben mehrere in der EU ansässige Produzenten von Titan‑dioxid eine formelle Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht und fordern eine Untersuchung gegen die chinesische LB Group. Sie werfen dem Konzern vor, staatliche Subventionen zu nutzen, um sich einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, während er versucht, ein britisches Produktionswerk zu übernehmen.
Im Mittelpunkt der Beschwerde stehen mehrere große Hersteller, darunter die US‑Konzerne Tronox und Kronos sowie die tschechische Precheza und das slowenische Unternehmen Cinkarna. Diese Allianz erklärt, gemeinsam etwa 90 Prozent der Titan‑dioxid‑Produktion in der EU zu repräsentieren. Die Eingabe datiert nach ihren Angaben auf Dezember 2025 und beruft sich auf das seit 2022 geltende Regelwerk zur Prüfung ausländischer Subventionen.
Nach dem Schritt, den die Beschwerdeführer fordern, soll geprüft werden, ob die LB Group durch staatliche Unterstützung in die Lage versetzt wird, Übernahmen zu finanzieren oder zu erleichtern, die den Binnenmarkt verzerren. Die Unternehmen sehen darin ein mögliches Vorgehen, mit dem Anti‑Dumping‑zölle umgangen werden könnten, indem Produktion in ein Drittland verlagert und dann zollfrei in die EU geliefert wird.
Daneben steht die europäische Chemieindustrie unter Druck durch wachsende Konkurrenz aus China und einen Rückgang der Produktionskapazitäten in der Union. Die Beschwerde an die Kommission ist demnach auch Ausdruck der Sorge um Marktanteile und Wettbewerbsbedingungen in einem strategisch wichtigen Sektor, in dem Titan‑dioxid unter anderem in Energie‑ und Luftfahrtanwendungen eingesetzt wird.