EU signalisiert Gegenmaßnahmen gegen angekündigte US-Autozölle
Brüssel signalisiert, alle Optionen zu prüfen, falls Washington die angekündigten 25%-Zölle auf Pkw und Lkw aus der EU erhebt; deutsche Wirtschaftsvertreter fordern entschiedene Gegenmaßnahmen.
Nach Angaben der EU-Kommission behält sich die Europäische Union Gegenmaßnahmen vor, sollte Washington die von Präsident Donald Trump angekündigte Erhöhung der Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU auf 25 Prozent umsetzen. Eine Sprecherin in Brüssel betonte, die EU strebe eine berechenbare, für beide Seiten vorteilhafte transatlantische Beziehung an, werde bei einem Bruch gemeinsamer Verpflichtungen jedoch alle Optionen prüfen, um die Interessen der Union zu verteidigen.
Im Mittelpunkt der Kommunikation steht zugleich die Zusicherung, dass die EU ihre eigenen Verpflichtungen im Rahmen der üblichen Gesetzgebungspraxis erfülle. Die Sprecherin sagte, Brüssel halte die US-Regierung über die eigenen Schritte informiert und stehe in engem Austausch mit Partnern, um Klarheit über die weiteren Verpflichtungen der USA zu gewinnen. Die Stellungnahme folgte auf Ankündigungen aus Washington, die Zollsätze auf EU-Fahrzeuge deutlich anzuheben.
Nach dem Schritt aus den USA äußerten sich in Deutschland Wirtschaftsexperten und Verbandsvertreter besorgt und forderten eine harte Reaktion. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, rief Berlin und Brüssel dazu auf, dem Vorgehen aus den USA Paroli zu bieten. Er warnte davor, dass wiederholtes Nachgeben gegenüber US-Druck langfristig die Wettbewerbsposition Europas schade und insbesondere die deutschen Autoexporteure belaste.
Daneben kritisierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) die Ankündigung scharf und wies auf erhebliche Kostensteigerungen für Hersteller in Deutschland und Europa hin, sollten Zölle in der angekündigten Höhe greifen. VDA-Präsidentin Hildegard Müller forderte, das zwischen den beiden Seiten vereinbarte Handelsabkommen müsse eingehalten werden, und appellierte an beide Seiten, auf Deeskalation zu setzen und rasch Gespräche aufzunehmen.
Zugleich meldete sich die Politik im EU-Parlament mit deutlicherer Tonlage zu Wort: Der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD), forderte eine Antwort aus Stärke. Er wertete die Ankündigung als Zeichen mangelnder Verlässlichkeit und verlangte, die EU müsse jetzt mit Klarheit und Entschlossenheit reagieren, um weitere Eskalationen abzuwenden und die Handelsinteressen Europas zu schützen.