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Graz-Wahl: KPÖ feiert starken Erfolg – Koalition mit Grünen ohne SPÖ möglich

Die KPÖ erzielt in Graz einen klaren Wahlsieg; SPÖ, Grüne, ÖVP und NEOS verlieren Stimmen. Geringere Beteiligung und organisatorische Details prägten den Wahlsonntag.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Graz-Wahl: KPÖ feiert starken Erfolg – Koalition mit Grünen ohne SPÖ möglich
Die KPÖ erreicht in Graz ein deutliches Ergebnis und eröffnet damit die Perspektive einer Koalition mit den Grünen ohne Beteiligung der SPÖ.

Die Kernentwicklung: Bei der Kommunalwahl in Graz erzielte die KPÖ unter Spitzenkandidatin Elke Kahr einen deutlichen Erfolg. Während die KPÖ Zugewinne feierte, verloren SPÖ, Grüne, ÖVP und NEOS Stimmen; zugleich sank die Wahlbeteiligung im Vergleich zu früheren Wahlen.

Im Mittelpunkt steht nun die politische Folgefrage: Die Sitzverteilung im neuen Gemeinderat ermöglicht eine Mehrheit von KPÖ und Grünen ohne Einbindung der SPÖ. Diese Konstellation beeinflusst unmittelbar, wer als Bürgermeister oder in den Vizeposten vorgeschlagen werden kann, weil das Vorschlagsrecht und die Wahl des Stadtoberhaupts an die Mandatsstärke und an die absolute Mehrheit im Gemeinderat gebunden sind.

Der Wahlsonntag selbst war organisatorisch umfangreich. In Graz fanden am 28. Juni 2026 insgesamt 19 Wahlen statt, darunter die Gemeinderatswahl, die 17 Bezirksvertretungen und der Migrant:innenbeirat. Das Stadtgebiet war in 279 Wahlsprengel gegliedert; Stimmabgaben waren zwischen 7 und 16 Uhr an 111 Standorten möglich. Rund 39.000 Wahlkarten wurden beantragt; diese mussten ebenfalls bis 16 Uhr bei der Wahlbehörde einlangen, um gültig zu sein.

Die Vorbereitung war aufwendig: Mehr als 600.000 Stimmzettel wurden gedruckt, 600 Wahlurnen und 570 Wahlzellen bereitgestellt. Für den Ablauf standen bis zu 1.500 Mitglieder der Wahlbehörden im Einsatz. Wahlberechtigt waren insgesamt 225.883 Personen, davon 188.441 mit österreichischer Staatsbürgerschaft und 37.442 EU-Bürgerinnen und -Bürger.

Auf kommunalrechtlicher Ebene entscheidet das Wahlergebnis über die Zusammensetzung von Gemeinderat und Stadtsenat. Der Gemeinderat umfasst 48 Sitze, die nach dem d'Hondtschen Verfahren ohne Prozenthürde verteilt werden. Die mandatsstärkste Partei hat das erste Vorschlagsrecht für das Bürgermeisteramt; gewählt wird das Stadtoberhaupt nur mit absoluter Mehrheit von 25 Stimmen. Scheitert ein Vorschlag in den ersten Runden, verändern sich die Vorschlagsrechte in späteren Wahlgängen und notfalls kommt es zu einer Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten.

Daneben betreffen die Resultate auch die Bezirksvertretungen: Elf Listen traten zur Gemeinderatswahl an, und die Bezirksvertretungen wählen aus ihrer Mitte die Bezirksvorsteherinnen und -vorsteher. Ihre Größe variiert je nach Einwohnerzahl zwischen sieben und 19 Mitgliedern. Der Migrant:innenbeirat, für den 40.088 Stimmberechtigte registriert waren, war ebenfalls zur Wahl zugelassen und bot Menschen ohne Gemeinderats- oder Bezirksratswahlrecht eine eigene Stimme.