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Kelp DAO durchbricht: 116.500 rsETH im Wert von rund 292 Mio. USD von LayerZero‑Bridge gestohlen

Ein Cross‑Chain‑Angriff entleerte fast ein Fünftel der im Umlauf befindlichen rsETH; die Reserve hinter Wrapps auf mehr als 20 Netzwerken ist betroffen, mehrere DeFi‑Protokolle stoppten rsETH‑Märkte.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kelp DAO durchbricht: 116.500 rsETH im Wert von rund 292 Mio. USD von LayerZero‑Bridge gestohlen
Der Angriff auf Kelp DAOs LayerZero‑Brücke setzte 116.500 rsETH frei und legt damit die Hinterlegung für rsETH‑Wrapps auf über 20 Netzwerken offen.

Nach Angaben aus Blockchain‑Analysen und Protokollmitteilungen manipulierte ein Angreifer am Samstag um 17:35 UTC die LayerZero‑gestützte Brücke von Kelp DAO und löste so die Freigabe von 116.500 rsETH aus. Dieser Betrag entspricht nach den berichteten Kursen einem Wert von rund 292 Millionen US‑Dollar und macht etwa 18 Prozent der laut CoinGecko im Umlauf befindlichen rsETH‑Menge von 630.000 Token aus.

Zugleich scheiterten zwei unmittelbar folgende Versuche um 18:26 UTC und 18:28 UTC; sie wurden jeweils reverted, zielten aber offenbar darauf ab, weitere rund 40.000 rsETH zu verschieben. Die unmittelbaren Folgen zeigten sich schnell: Aave setzte rsETH‑Märkte auf V3 und V4 aus, SparkLend und Fluid frierten ebenfalls ihre rsETH‑Märkte ein. In der Folge reagierte der Markt, AAVE‑Token notierte deutlich tiefer, während Teilnehmer die möglichen Bilanzrisiken neu bewerteten.

Die Lage verschärft sich, weil die entleerte Reserve die Deckung der auf Layer‑2‑Netzwerken ausgegebenen rsETH‑Wrapps infrage stellt. Nutzer auf Netzwerken wie Base, Arbitrum, Linea, Blast, Mantle und Scroll stehen nun vor Unsicherheit, ob ihre auf diesen L2s gehaltenen Wrapps durch zugrundeliegendes ETH gedeckt sind. Das Risiko besteht, dass panikartige Rückgaben auf L2s Druck auf die nicht betroffenen Bestände auf Ethereum erzeugen und Kelp dazu zwingen könnten, Restaking‑Positionen abzubauen, um Einlösungen zu bedienen.

Kelp, Teil des KernelDAO‑Ökosystems, veröffentlichte seine erste öffentliche Stellungnahme auf X um 20:10 UTC und kündigte Zusammenarbeit mit LayerZero, Unichain, seinen Prüfern und externen Sicherheitsexperten an. Das Protokoll machte keine Angaben dazu, wie die Validierungslogik der Brücke umgangen wurde. Ob und in welchem Umfang gestohlene Mittel zurückgewonnen werden können, blieb offen.

Gleichzeitig bleibt die Kontagion nicht auf einzelne Märkte beschränkt: Die Reserve, die als Rückhalt für Wrapps auf mehr als 20 Blockchains diente, ist betroffen, weshalb die Unsicherheit im DeFi‑Ökosystem anhält. Marktteilnehmer beobachten nun, ob Kelp kurzfristig Maßnahmen ergreift, um die Liquiditätslage zu stabilisieren, und ob weitere Protokolle vorsorglich Funktionen einschränken, um systemische Folgen zu begrenzen.