Mann in Kent festgenommen, nachdem vier Menschen beim Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren, starben
Ein 27-jähriger Sudanese wurde am Manston-Verarbeitungszentrum in Kent festgenommen; vier Menschen ertranken beim Einstieg in ein sogenanntes Taxi-Boot.
- Vier Menschen starben beim Versuch, mit einem Schlauchboot den Ärmelkanal zu überqueren
- ein Verdächtiger wurde in Gewahrsam genommen.
Nach Angaben der Ermittler wurde ein 27-jähriger Sudanese am Freitag am Manston-Verarbeitungszentrum in Kent festgenommen. Die National Crime Agency führt die Festnahme durch; dem Beschuldigten wird vorgeworfen, andere bei einer Überfahrt auf See gefährdet zu haben. Er befindet sich weiterhin in Polizeigewahrsam und soll von NCA-Beamten vernommen werden.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Unglück an der Nordküste Frankreichs am Donnerstag, bei dem vier Menschen — zwei Männer und zwei Frauen — beim Versuch, in ein kleines Schlauchboot einzusteigen, ertranken. François-Xavier Lauch, der Präfekt von Pas-de-Calais, erklärte, die Opfer seien von starken Strömungen erfasst worden, während sie ins Wasser gingen, um das Boot zu erreichen.
Zugleich wurde das Boot als sogenanntes «Taxi-Boot» beschrieben, das entlang von Küstenabschnitten Nordfrankreichs und Belgiens Menschen aufnimmt. Hilfsorganisationen im anglo-französischen Grenzraum warnten, dass Schleuser zunehmend riskantere Boote einsetzen, um Polizeikontrollen an den Stränden zu umgehen, und dass Menschen teils bis ins Wasser waten müssen, um an Bord zu gelangen. Die Gruppen Humans For Rights Network und Project Play machten die Politik beider Staaten für diese Gefährdung mitverantwortlich.
Inzwischen leitet die französische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung zu den Umständen des Auslaufs und den vier Todesfällen. Craig Turner, stellvertretender Direktor der NCA, sagte, man arbeite mit Partnern im In- und Ausland zusammen, um Verantwortliche zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Minister Mike Tapp betonte, jede Todesfolge im Ärmelkanal sei eine Tragödie, und verwies auf erweiterte Befugnisse der Behörden durch das Border, Security, Asylum and Immigration Act, mit denen Schleusernetzwerke zuvor gestört werden sollen.