Mehrheit in ASEAN bevorzugt China gegenüber den USA, Umfrage sieht Trump als größte Sorge
ISEAS‑Yusof Ishak Institute-Umfrage zeigt in mehreren ASEAN‑Staaten stärkere Präferenz für China; Unsicherheit über US‑Politik unter Trump belastet die Wahrnehmung.
Nach Angaben einer Erhebung des ISEAS‑Yusof Ishak Institute bevorzugt die Mehrheit der Befragten in der ASEAN‑Region China gegenüber den Vereinigten Staaten als geopolitischen Partner. Besonders deutlich fiel diese Neigung in Indonesien, Malaysia, Thailand und Singapur aus, wo die Zustimmung zu China vergleichsweise höher war als zur US‑Partnerschaft.
Zugleich gaben viele Teilnehmende an, die Politik von Donald Trump als die größte Quelle von Besorgnis wahrzunehmen. Diese Nennung hebt hervor, dass politische Unsicherheit aufseiten einer Führungsfigur der USA das Bild von Washington in Teilen der Region trüben kann und damit in die Frage nach strategischen Präferenzen hineinwirkt.
Das Gesamtbild bleibt jedoch differenziert: Während in einigen großen Mitgliedsstaaten eine deutlichere Präferenz für China erkennbar ist, zeigen andere Länder ausgewogenere oder wechselhafte Positionen. Die Studie betont damit, dass regionale Einstellungen gegenüber Großmächten nicht homogen sind, sondern von nationalen Kontexten und spezifischen sicherheits‑ sowie wirtschaftspolitischen Erwägungen geprägt werden.
Inzwischen lässt die prominente Sorge über die US‑Politik Rückschlüsse auf das Vertrauen in die Stabilität langfristiger partnerschaftlicher Beziehungen zu. Wahrnehmungen politischer Unberechenbarkeit können demnach das Nehmen von außenpolitischen Orientierungen beeinflussen und die öffentliche Debatte in den ASEAN‑Staaten über künftige Allianzen und Kooperationen befeuern.
Im Mittelpunkt der Erhebung steht somit ein aktuelles Stimmungsbild der ASEAN‑Öffentlichkeit: Präferenzen gegenüber China und den USA werden demnach nicht allein durch ökonomische Verflechtungen bestimmt, sondern auch durch politische Erwartungen und die Bewertung internationaler Führungspersönlichkeiten. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie sehr Wahrnehmungen von Führungsverhalten in Washington die geopolitische Lagewahrnehmung in Südostasien mitbestimmen können.