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Morgan Stanley beantragt OCC-Trust-Bank für Krypto-Custody und treuhänderisches Staking

Morgan Stanley hat bei der OCC eine nationale Trust-Bank beantragt, die digitale Vermögenswerte verwahren, Transfers abwickeln und Kunden-Staking auf treuhänderischer Basis ermöglichen soll.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Morgan Stanley beantragt OCC-Trust-Bank für Krypto-Custody und treuhänderisches Staking
  • Die OCC führt den Antrag als neün Bank-Charter für "Morgan Stanley Digital Trust, National Association" mit Eingang 18. Februar 2026.
  • Die öffentliche Kommentarfrist im OCC-Register läuft bis 20. März 2026.
  • Im Antrag wird Custody für bestimmte Digital Assets sowie Kauf, Verkauf, Swap und Transfer zur Unterstützung von Kundenaktivitäten genannt.
  • Staking soll für Kunden auf treuhänderischer Basis unter Aufsicht erleichtert werden.
  • Die Trust-Struktur würde Krypto-Infrastruktur in eine bundesrechtlich beaufsichtigte Verwahr- und Settlement-Schicht ziehen.

Morgan Stanley hat bei der US-Bankenaufsicht OCC die Gründung einer nationalen Trust-Bank beantragt, die sich auf digitale Vermögenswerte konzentrieren soll. In der Corporate-Applications-Datenbank der Behörde wird der Antrag als neür Bank-Charter für die "Morgan Stanley Digital Trust, National Association" geführt. Der Eintrag weist als Eingangstag den 18. Februar 2026 aus und nennt eine öffentliche Kommentarfrist, die bis zum 20. März 2026 läuft.

In dem Vorhaben geht es nicht um eine klassische Einlagenbank, sondern um eine Trust-Struktur mit beantragten Trust-Powers. Solche Konstruktionen sind auf Verwahrung, treuhänderische Dienstleistungen und Administration von Vermögenswerten ausgelegt. Im Antrag ist vorgesehen, dass die neü Einheit in einer dreijährigen De-Novo-Phase bestimmte digitale Assets verwahren und banknahe Nebenaktivitäten abdecken. Genannt werden der Kauf, Verkauf, Swap und Transfer von Digital Assets zur Unterstützung von Kunden-Investmentaktivitäten sowie die Möglichkeit, Kunden-Staking auf treuhänderischer Basis zu erleichtern.

Der Schritt passt in eine breitere Strategie von Morgan Stanley, Krypto-Angebote in bestehende Plattformen zu integrieren. In der Bankenbranche gilt vor allem die Brokerage-Schiene als Hebel: Wer Handel und Verwahrung in die Infrastruktur einer grossen Bank zieht, kann sowohl Retail- als auch institutionelle Nachfrage bedienen, ohne dass Kunden auf Drittbörsen ausweichen müssen. In den USA wird in diesem Zusammenhang auch auf Partnerschaften mit Infrastruktur-Anbietern verwiesen, die Order-Routing, Abwicklung und Wallet-Backends für Broker-Frontends bereitstellen.

Für den Krypto-Markt ist die Trust-Charter-Frage deshalb mehr als ein Formalakt. Eine OCC-überwachte Trust-Bank adressiert eine der zentralen Hürden institutioneller Teilnehmer: qualifizierte Verwahrung unter einem bekannten, bundesrechtlichen Aufsichtsrahmen. Gleichzeitig bleibt die Abgrenzung zur klassischen Bank erhalten, weil Trust-Banken typischerweise keine Einlagen entgegennehmen und keine Kredite vergeben. Das Modell zielt damit auf die "Plumbing"-Schicht: Custody, Settlement und Fiduciary-Services als skalierbare Basiskomponenten für tokenisierte Märkte.

Der Antrag reiht sich in eine Welle von Charter- und Lizenzinitiativen rund um digitale Assets ein. Die OCC führt seit Monaten mehrere Verfahren, bei denen Krypto-Firmen und Finanzhäuser Trust-Strukturen anstreben, um Custody und bestimmte banknahe Dienstleistungen bundesweit anbieten zu können. Genau an dieser Stelle liegt auch die politische Spannung: Teile der Bankenlobby warnen vor einem Wettbewerbsvorteil für Trust-Strukturen, wenn diese banknahe Geschäfte abdecken können, ohne den vollen regulatorischen Rahmen einer Einlagenbank zu tragen.

Der weitere Fahrplan hängt nun an der Prüfung durch die OCC und am Verlauf der Kommentarphase. Offen sind insbesondere Details zur Produktpalette, zu den verwahrten Assets, zu Governance- und Risikoarchitektur sowie zur operativen Trennung zwischen Brokerage, Infrastrukturpartnern und der neün Trust-Einheit. Für Marktteilnehmer ist das Signal dennoch klar: Wenn ein Tier-1-Haus den Schritt über eine eigene Trust-Struktur geht, verschiebt sich die Debatte weg von "ob" traditionelle Finanzhäuser in Krypto gehen, hin zu "wie" sie die kritische Infrastruktur unter Aufsicht kontrollieren.