Netanyahu: Israel und USA hätten Irans Atom- und Raketenprogramm zerstört
Netanyahu erklärte in einer Fernsehansprache, Israels und US‑Angriffe hätten Irans Urananreicherung und größtenteils die Raketenproduktion lahmgelegt; zugleich fordert er die Entwaffnung der Hisbollah als Bedingung für Friedensgespräche mit dem Libanon.
Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu haben gemeinsame Angriffe Israels und der USA das iranische Atom- und Raketenprogramm erheblich geschwächt. In einer am Samstagabend ausgestrahlten Fernsehansprache sagte er, es gebe inzwischen keine funktionierenden Urananreicherungsanlagen mehr; außerdem seien die meisten Produktionsstätten für Raketen zerstört worden. Er räumte ein, dass noch Raketen und Lagerbestände existierten, diese Bestände würden jedoch schrumpfen.
Im Mittelpunkt seiner Rede standen die Ende Februar begonnenen US‑israelischen Luftangriffe, die Netanyahu als riesige Erfolge bewertete. Er zog daraus eine direkte Verbindung zur Schwächung der Führung in Teheran und deren regionaler Verbündeter. Seinen Worten zufolge habe die militärische Offensive die strategischen Fähigkeiten des Iran deutlich reduziert und die regionalen Machtverhältnisse beeinflusst.
Gleichzeitig bekräftigte Netanyahu, Israel werde seine Operationen gegen die Hisbollah fortführen, bis die Sicherheit der nördlichen Ortschaften gewährleistet sei. Er nannte zwar keine detaillierten Opferzahlen, verwies aber auf mehrere Hundert getötete Hisbollah‑Kämpfer seit dem Wiederaufleben der Kämpfe Anfang März. Zugleich signalisierte er Bereitschaft zu direkten Friedensgesprächen mit dem Libanon – allerdings nur unter zwei Bedingungen: die Entwaffnung der Hisbollah und ein dauerhaftes Friedensabkommen.
Zugleich laufen derzeit Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beendigung der Kampfhandlungen; Vertreter beider Seiten treffen sich nach vorliegenden Angaben in Pakistan. Die seit einigen Tagen geltende Feuerpause zwischen Washington und Teheran hat Israels fortgesetzte Angriffe auf Teile des Libanon offenbar nicht beeinflusst, wie Netanyahu feststellte.
In Tel Aviv löste die Rede Proteste aus: Hunderte Menschen demonstrierten gegen die Regierung und forderten ein Ende der militärischen Eskalation. Kritiker warfen der Regierung vor, die Waffenruhe mit dem Iran zu untergraben und nicht an einer friedlichen Lösung interessiert zu sein. Unterdessen bereiten sich Vertreter Libanons und Israels auf direkte Gespräche in Washington vor; Netanyahu bezeichnete diese Runde als Chance, die regionale Lage langfristig zu stabilisieren, räumte aber ein, dass ein erfolgreicher Ausgang unsicher sei.