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Proteste gegen hohe Spritpreise legen Teile Irlands lahm und weiten sich nach Norwegen aus

Treibstoffengpässe, blockierte Straßen und Häfen sowie ein Konvoi von Lkw in Oslo zeigen, wie sich die Proteste gegen hohe Spritpreise in Europa ausbreiten.

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Titelbild: Proteste gegen hohe Spritpreise legen Teile Irlands lahm und weiten sich nach Norwegen aus
  • In Irland haben Hunderte Tankstellen Lieferengpässe, die Regierung setzt die Armee in Bereitschaft
  • in Oslo demonstrieren Lkw-Fahrer gegen steigende Kosten.

Im Mittelpunkt der Unruhen in Irland stehen Blockaden durch Fuhrunternehmer, Landwirte und weitere Gruppierungen, die am vierten Tag in Folge Autobahnen lahmlegten und Teile Dublins zum Stillstand brachten. Die Sperrungen betrafen nach Angaben der Behörden auch Häfen und eine Raffinerie, wodurch die Gefahr bestand, Öllieferungen ablehnen zu müssen. Die Polizei warnte, dass kritische Lieferungen von Lebensmitteln, Brennstoffen, Trinkwasser und Tierfutter beeinträchtigt sein könnten.

Zugleich setzte die Regierung die Armee in Bereitschaft, um bei der Räumung der Blockaden zu unterstützen. Demonstrierende wurden aufgefordert, geltenden Auflagen Folge zu leisten oder mit Festnahmen zu rechnen. Der Taoiseach bezeichnete die Blockaden als unvertretbar und mahnte, dass das Land dadurch an den Rand eines Versorgungsverlusts geraten könne. Minister und Vertreter aus Verkehrs- und Agrarsektor sprachen miteinander, doch die Gespräche blieben zunächst ohne Ergebnis; weitere Beratungen sollten am Wochenende fortgesetzt werden.

Inzwischen formierte sich in Oslo eine Demonstration von Lkw-Fahrern, die als Dieselbrølet (‚diesel roar‘) bekannt ist. Rund 70 bis 80 Fahrzeuge fuhren zum Parlament, wobei nur wenige in die Innenstadt einfahren durften. Norwegische Fahrer beklagen trotz gesenkter Kraftstoffsteuern weiterhin fehlende Planungssicherheit und fordern zusätzliche Entlastungen, während Statistiken für März einen starken Monatsanstieg der Preise für Treibstoffe und Schmierstoffe ausweisen.

Daneben stehen die Proteste in einem weiteren Kontext: Ein weltweiter Preisanstieg bei Öl und Treibstoffen hatte sich nach vermehrten militärischen Angriffen seit Ende Februar in der Region des Nahen Ostens auf das Angebot ausgewirkt. Manche Regierungen reagierten mit zeitlich befristeten Steuererleichterungen oder Sondermaßnahmen, doch in Irland reichten die bisher ergriffenen Maßnahmen offenbar nicht aus, um die Blockaden zu beenden. Vertreter der Protestbewegung erklärten, die Aktionen könnten solange andauern, bis es konkrete Entlastungen gebe, während die Regierung betonte, die Versorgungssicherheit wiederherstellen zu wollen.