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Aave verliert rund 6,6 Milliarden Dollar TVL nach Kelp‑Bridge‑Diebstahl

Angreifer entwenden große Mengen rsETH über Kelps Cross‑Chain‑Bridge und setzen die Token als Sicherheiten auf Aave V3 ein. Das löste umfangreiche Kredite, Liquidationen und einen massiven Abfluss von Einlagen aus.

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Titelbild: Aave verliert rund 6,6 Milliarden Dollar TVL nach Kelp‑Bridge‑Diebstahl
Der Vorfall macht deutlich, dass die Akzeptanz von Liquid‑Restaking‑Tokens als Collateral systemische Schwachstellen in DeFi offenbart, wenn Brücken ausgehebelt werden.

Nach Angaben on‑chain‑Analysen fiel die Total Value Locked (TVL) von Aave binnen eines Tages von etwa 26,4 auf knapp 20 Milliarden US‑Dollar. Beobachter führen den Einbruch auf den Diebstahl von rsETH über Kelps Cross‑Chain‑Bridge zurück; die Aave‑Smart‑Contracts selbst seien nicht kompromittiert worden. Vielmehr hatten Angreifer das erhaltene rsETH unmittelbar als Sicherheiten auf Aave V3 hinterlegt und so Kredite in großem Umfang ausgelöst.

Im Mittelpunkt der Ereignisse steht die Entnahme von 116.500 rsETH aus der Bridge, ein Betrag, der in den Quellen mit rund 18 Prozent des umlaufenden Angebots in Verbindung gebracht wird. Die gestohlenen rsETH wurden auf Aave eingesetzt, um Wrapped Ether zu leihen. Spezifische On‑Chain‑Messungen setzen das auf Aave ausgelöste Kreditvolumen bei etwa 196 Millionen US‑Dollar, die Gesamtpositionen über mehrere Protokolle – darunter Aave, Compound und Euler – bei rund 236 Millionen US‑Dollar.

Nach dem Schritt, diese gestohlenen Tokens als Collateral zu nutzen, geriet das Kreditbuch von Aave unter starken Druck. Ethereum‑Accounts tragen den Löwenanteil der ausstehenden Kredite, und Wrapped Ether macht nahezu 40 Prozent der ausgeliehenen Mittel aus. Dadurch traf die Attacke genau die dominierende Collateral‑gegen‑WETH‑Beziehung im Protokoll, was eine Welle von Liquidationen auslöste und die täglichen Gebühren kurzfristig auf fast zwei Millionen US‑Dollar steigen ließ.

Zugleich reagierte der Markt heftig: Der AAVE‑Token verlor binnen kurzer Zeit rund 16 Prozent seines Wertes und erreichte etwa 92 US‑Dollar, während zahlreiche Einleger Gelder abhoben. Aave kündigte zunächst an, die Umbrella‑Reserve könne ein mögliches Defizit decken; später hieß es, man prüfe Wege zur Kompensation. Damit bleibt offen, ob die vorhandenen Rückstellungen ausreichen oder in welchem Umfang Inhaber von stkAAVE belastet würden.

Inzwischen wirft der Vorfall grundsätzliche Fragen zur Risikoannahme gegenüber Liquid‑Restaking‑Tokens auf. Diese Token waren in den wichtigsten Kreditprotokollen als Collateral zugelassen, weil sie Rendite boten und einen wachsenden Anteil des gebundenen Ether repräsentierten. Die aktuellen Ereignisse zeigen jedoch, dass Ausfallrisiken entstehen können, wenn die zugrundeliegende Absicherung über extern kontrollierte Brücken zusammenbricht.

Daneben offenbart die Episode die Vernetzungsschwäche zwischen Brücken, Liquid‑Restaking‑Protokollen und großen Kreditmärkten: Ein Brücken‑Ausfall auf einer dritten Kette kann direkte und erhebliche Folgen für das Kreditangebot auf Aave haben. Für Anleger und Protokollbetreiber bleibt die zentrale Frage, wie sich solche strukturellen Risiken künftig begrenzen lassen, ohne die Funktionsfähigkeit der DeFi‑Infrastruktur zu beeinträchtigen.