Asylstatistik: 945 Anträge im Jänner, 1083 Personen verließen Österreich
Die Asylstatistik für Jänner 2026 weist 945 Asylanträge und 1083 Außerlandesbringungen aus und markiert damit den niedrigsten Jänner-Wert seit 2012.
- Im Jänner 2026 wurden 945 Asylanträge gestellt, um 51 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
- 421 der Anträge waren Erstanträge; die meisten Ansuchen kamen von Syrern, Afghanen und Somalis.
- Laut den veröffentlichten Zahlen gab es im Jänner nur eine Einreise über den pausierten Familiennachzug.
- 338 Anträge wurden positiv entschieden, zusätzlich wurde 315‑mal subsidiärer Schutz gewährt.
- 1083 Personen mussten das Land verlassen, 57 Prozent davon zwangsweise; in der Grundversorgung werden weiter über 51 000 Menschen betreut.
Das Innenministerium hat am Samstag neue Eckdaten zur Asylstatistik für Jänner 2026 veröffentlicht. Demnach wurden in Österreich 945 Asylanträge eingebracht; gleichzeitig mussten im selben Monat 1 083 Personen das Land verlassen. In der Darstellung des Ressorts ist damit erstmals seit Jahren die Zahl der Außerlandesbringungen höher als die Zahl der Anträge in einem Monat, und der Jännerwert liegt nach Behördenangaben auf dem niedrigsten Niveau seit 2012.
Zum Rückgang trug laut Statistik vor allem bei, dass deutlich weniger Menschen neu nach Österreich kamen: Von den 945 Anträgen waren 421 Erstanträge, also Ansuchen von Personen, die erstmals einen Antrag stellten. Die meisten Ansuchen stammten von syrischen, afghanischen und somalischen Staatsangehörigen; von keiner weiteren Herkunftsgruppe wurden mehr als 50 Anträge registriert. Als ein Faktor wird der bis zur Jahresmitte pausierte Familiennachzug genannt, der nur noch in besonders berücksichtigungswürdigen Fällen möglich ist. Für Jänner wurde in den veröffentlichten Zahlen nur eine Einreise im Rahmen des Familiennachzugs ausgewiesen.
Inhaltlich bleibt das Profil der Antragsteller ähnlich wie in den Vormonaten. Der Anteil männlicher Antragsteller lag bei 55 Prozent, eine knappe Mehrheit von 51 Prozent war volljährig. In den Entscheidungen wurden im Jänner 338 Asylanträge positiv beschieden; zusätzlich wurde 315‑mal subsidiärer Schutz gewährt. Damit fällt ein großer Teil der Verfahren weiterhin in Kategorien, die nicht zu einem Asylstatus führen oder in denen Verfahren eingestellt werden, etwa wenn Schutzgründe nicht anerkannt werden oder Zuständigkeiten in andere Staaten fallen.
Bei den Außerlandesbringungen weist die Statistik eine Mischung aus zwangsweisen Maßnahmen und eigenständigen Ausreisen aus. 57 Prozent der 1 083 Personen wurden zwangsweise außer Landes gebracht, der Rest verließ Österreich eigenständig. In den veröffentlichten Angaben wird zudem festgehalten, dass rund 41,5 Prozent der Abgeschobenen in Österreich strafrechtlich verurteilt waren. Das Ressort verknüpft die Entwicklung mit Grenz‑ und Kontrollmaßnahmen sowie mit dem Rückgang illegaler Aufgriffe entlang früher stark frequentierter Routen.
Die Zahlen wirken sich auch auf die Grundversorgung aus, die in den vergangenen Monaten als Belastungsfaktor für Länder und Gemeinden diskutiert wurde. In der Grundversorgung werden weiterhin mehr als 51 000 Personen betreut; die größte Gruppe stellen Vertriebene aus der Ukraine. Insgesamt ging die Zahl der betreuten Personen laut Statistik im Jänner um rund 900 zurück. Die Entwicklung wird von Behörden und Ländern auch deshalb genau beobachtet, weil sie direkten Einfluss auf Quartierskapazitäten, Betreuungsstrukturen und damit auf Kosten im Asyl‑ und Integrationsbereich hat.