BBC entlässt Scott Mills nach neuen Erkenntnissen zu Alter des mutmaßlichen Opfers
Die BBC hat den langjährigen Moderator Scott Mills freigestellt und seinen Vertrag beendet, nachdem in den vergangenen Wochen neue Informationen aufgetaucht waren, wonach das mutmaßliche Opfer in einer früheren Polizeiuntersuchung minderjährig gewesen sei.
- Der Sender war 2017 über eine Polizeiermittlung informiert
- Ende März führte neues Material zur sofortigen Vertragsbeendigung.
Die BBC hat den Radio- und Fernsehmoderator Scott Mills mit sofortiger Wirkung entlassen, nachdem dem Sender in den vergangenen Wochen neue Informationen vorgelegt worden seien. Nach Prüfung dieser Angaben habe die Geschäftsführung am Freitag, dem 27. März, seine Verträge beendet, teilte der Sender mit. Die Entscheidung folgte demnach auf Hinweise, dass das mutmaßliche Opfer in einer früheren Polizeiuntersuchung zum fraglichen Zeitpunkt unter 16 Jahre alt gewesen sei.
Der Sender bestätigte, dass ihm bereits 2017 eine laufende Polizeiermittlung zu Vorwürfen schwerer Sexualdelikte bekannt war. Diese Untersuchung bezog sich auf eine Beschwerde aus dem Jahr 2016, die historische Vorwürfe betraf. Die Ermittlungen wurden später an die Staatsanwaltschaft übergeben; eine abschließende Entscheidung fiel 2019, als keine Anklage erhoben wurde, weil die Beweislage nach Einschätzung der Behörden nicht ausgereicht habe.
Die Metropolitan Police erklärte, die Untersuchung habe sich auf Vorwürfe gegen einen Jugendlichen bezogen, der zum damaligen Zeitpunkt unter 16 Jahre alt gewesen sei. Ob Verantwortliche der BBC im Jahr 2017 über das genaue Alter des mutmaßlichen Opfers informiert gewesen seien, ist Gegenstand interner Prüfungen. BBC-Manager durchforsten Personalakten und befragen Beschäftigte aus der betreffenden Zeit, um zu klären, welche Informationen damals vorlagen und wie darauf reagiert wurde.
Scott Mills veröffentlichte nach seiner Kündigung eine Stellungnahme, in der er betonte, während der damaligen Ermittlungen vollständig kooperiert und auf Anfragen reagiert zu haben. Er verwies darauf, dass die Polizei die Angelegenheit geprüft und die Staatsanwaltschaft 2019 entschieden habe, dass die erforderliche Beweisschwelle für Anklagen nicht erreicht worden sei. Mills machte keine Angaben zur inhaltlichen Substanz der Vorwürfe und bat um Respekt vor seiner Entscheidung, keine weiteren öffentlichen Kommentare abzugeben.
Die Entlassung des prominenten Moderators löste innerhalb der Zuhörerschaft und in den Medien erhebliche Aufmerksamkeit aus und erhöhte den Druck auf die BBC, die internen Abläufe von 2017 transparent aufzuarbeiten. Der Sender betonte zugleich, aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nur begrenzt Auskunft geben zu können, kündigte aber an, die internen Recherchen fortzusetzen, um den damaligen Umgang mit den Informationen vollständig zu klären.