Einzelhandel startet 2026 mit realem Umsatzplus von 0,8 %
Der österreichische Einzelhandel hat im Jänner 2026 wieder mehr umgesetzt als ein Jahr zuvor, wobei der Lebensmittelhandel den größten Beitrag lieferte.
- Nominal stiegen die Einzelhandelsumsätze im Jänner um 1,8 %, real um 0,8 %.
- Ohne Tankstellen lag das Plus nominal bei 2,4 % und real bei 0,9 %.
- Der Lebensmittelhandel wuchs deutlich stärker als der Nicht-Nahrungsmittelbereich.
- Die Vorergebnisse beruhen auf rund 54 % des Umsatzvolumens.
Der österreichische Einzelhandel ist mit einem kleinen, aber klar positiven Signal ins neue Jahr gestartet. Im Jänner 2026 lagen die Umsätze laut vorläufigen Daten von Statistik Austria nominell um 1,8 % und real um 0,8 % über dem Wert des Vorjahresmonats. Rechnet man Tankstellen heraus, blieb ein nominelles Plus von 2,4 % und ein reales Plus von 0,9 %. Damit setzt sich die Tendenz fort, dass der Handel nach der langen Phase realer Belastung zumindest wieder leicht über Vorjahr liegt. Der Zuwachs ist allerdings nicht breit und gleichmäßig verteilt, sondern hängt stark von einzelnen Segmenten ab. Genau das macht die Zahlen für die Einordnung wichtiger als eine bloße Schlagzeile über ein Umsatzplus.
Der stärkste Impuls kam erneut aus dem Lebensmittelhandel. Dort stiegen die Umsätze im Jänner nominell um 4,1 % und real um 1,7 %. Im Nicht-Nahrungsmittelbereich fiel die Bewegung wesentlich flacher aus: plus 0,8 % nominell und plus 0,3 % real. Der Unterschied zeigt, dass die Konsumnachfrage im Alltag robuster bleibt als in diskretionären Ausgabefeldern. Für den Handel ist das ein zweischneidiger Befund. Einerseits wächst der Umsatz wieder. Andererseits kommen die dynamischeren Zuwächse gerade dort, wo Margen oft enger und der Wettbewerb hoch ist. Dass der Nicht-Lebensmittelbereich nur knapp über Vorjahr lag, spricht dafür, dass viele Haushalte bei größeren oder aufschiebbaren Anschaffungen weiter vorsichtig bleiben.
Hinzu kommt, dass es sich noch um Vorergebnisse handelt. Die Berechnung für den Jänner basiert auf rund 54 % des Umsatzvolumens. Solche frühen Werte sind für die Richtung aussagekräftig, können in der Feinausprägung aber noch angepasst werden. Der Blick auf die endgültigen Dezemberzahlen hilft bei der Einordnung. Für Dezember 2025 meldete Statistik Austria im gesamten Handel ein nominelles Umsatzplus von 3,3 % und real 2,1 %. Im Kfz-Handel lag der Anstieg sogar bei 5,9 % nominell und 3,1 % real, der Großhandel kam auf 2,6 % in beiden Betrachtungen. Der Einzelhandel ohne Kfz legte im Dezember nominell um 3,3 % und real um 1,2 % zu. Der Jänner war also positiv, aber schwächer als das Jahresende.
Gerade deshalb ist der neue Wert nicht als Durchbruch zu lesen, sondern als Stabilisierung. Ein reales Plus von 0,8 % bedeutet, dass die Teuerung den Umsatzanstieg nicht vollständig aufgezehrt hat. Das ist für eine Branche wichtig, die in den vergangenen Jahren lange unter Kostensteigerungen, Kaufkraftdruck und zurückhaltender Nachfrage stand. Gleichzeitig zeigen die Detaildaten, dass der Konsum weiterhin selektiv bleibt. Grundversorgung läuft besser als viele nicht notwendige Käufe. Für Unternehmen im Handel ist das relevant, weil Lagersteuerung, Sortimentsmix und Preissetzung in einem Umfeld mit nur schmalem Realwachstum noch stärker über die Ertragslage entscheiden.
Die eigentliche Aussage des Jännerberichts liegt daher in der Kombination aus Pluszeichen und Begrenzung. Österreichs Einzelhandel ist wieder über dem Vorjahr, aber noch nicht in einem breit angelegten Aufschwung. Die Zahlen geben keinen Anlass für Alarm, aber auch keinen für Euphorie. Für die nächsten Monate wird entscheidend sein, ob der Nicht-Nahrungsmittelbereich anzieht und ob aus einer Reihe kleiner realer Zuwächse wieder ein tragfähigerer Konsumtrend entsteht. Bis dahin bleibt der Befund nüchtern: Lebensmittel tragen, das übrige Geschäft folgt nur zögerlich, und das frühe Jahresplus ist eher eine Bodenbildung als ein kräftiger Neustart.