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Experten warnen: US‑Strategiewechsel bei HIV‑Hilfe riskiert Rückschritt

Nach dem mutmaßlich letzten Pepfar‑Bericht warnen Fachleute vor Folgen einer raschen Umstellung auf bilaterale Abkommen: Testungen und Präventionsangebote verzeichnen deutliche Einbrüche.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Experten warnen: US‑Strategiewechsel bei HIV‑Hilfe riskiert Rückschritt
  • Fachleute sehen Gefahr, dass der Rückzug von zentraler Überwachung und Finanzierung Fortschritte gegen HIV gefährdet
  • besonders drastisch fällt der Rückgang bei Säuglings‑Testungen aus.

Nach Angaben von Expertinnen und Experten zerstört die neue Ausrichtung die bislang zentral gesteuerte Datenerfassung und Überwachung, die Pepfar über Jahrzehnte aufgebaut hat. Zwar bleibt die Zahl der Menschen in Behandlung mit rund 20,3 Millionen nominal stabil, doch verberge diese Zahl erhebliche Verschiebungen in den ergänzenden Leistungen, die Diagnose und langfristige Versorgung ermöglichen.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen deutliche Rückgänge bei Test‑ und Präventionsangeboten: HIV‑Tests nahmen demnach um 17 Prozent ab, PrEP‑Anwendungen sanken um 33 Prozent, und das Personal, das HIV‑Leistungen erbringt, ging um 24 Prozent zurück. Solche Einbrüche in den Versorgungsstrukturen erschweren es, Infektionen aufzuspüren, Betroffene rasch in Behandlung zu bringen und in der Versorgung zu halten.

Nach dem Schritt zur Auflösung zentraler Strukturen zeigen Analysen zudem starke Unterschiede zwischen Einrichtungen, die kontinuierlich meldeten, und solchen mit lückenhafter Berichterstattung. In Letzteren fiel die Säuglings‑Testung um 60 Prozent, während Diagnosen bei Säuglingen dort um 31 Prozent zurückgingen. Experten warnen, dass geringere Testzahlen nicht automatisch einen Rückgang der Infektionen bedeuten, wohl aber mehr unbehandelte Fälle und höhere Sterblichkeit bei betroffenen Säuglingen zur Folge haben können.

Zugleich ist die Entwicklung in der pädiatrischen Versorgung besonders markant: Behandlungen für Kinder gingen demnach von 643.627 im Jahr 2022 auf 508.703 im Jahr 2025 zurück, während die Testzahlen im selben Zeitraum von 1,7 Millionen auf 1,1 Millionen sanken. Kritikerinnen und Kritiker sehen in der geplanten Verlagerung zu einzelnen Memoranden mit Staaten und möglichen politischen Verknüpfungen ein Risiko für Transparenz und Wirksamkeit der Programme.

Daneben betonen Fachleute, dass die vorhandenen wissenschaftlichen Instrumente jetzt eigentlich Anlass zu mehr Ambition bieten würden, etwa durch langwirksame Präventionsmethoden. Stattdessen beobachte man eine Verengung der Strategie, die in kurzer Zeit das Monitoring und die umfassenden Begleitleistungen untergraben könne. Die Folge sei eine wachsende Unsicherheit darüber, ob die bisherigen Fortschritte gegen HIV nachhaltig gesichert bleiben.