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Gift in Hipp‑Brei: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Nach zweiwöchigen Ermittlungen in internationaler Zusammenarbeit wurde ein 39‑Jähriger festgenommen. Staatsanwaltschaft und Polizei führen Verfahren wegen Gemeingefährdung und versuchter schwerer Körperverletzung.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Gift in Hipp‑Brei: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest
  • Ein in einer Spar‑Filiale verkauftes Hipp‑Glas enthielt Spuren von Rattengift
  • die Suche nach weiteren manipulierten Gläsern läuft weiter.

Nach Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland klickten am Samstag die Handschellen für einen dringend Tatverdächtigen im Fall der vergifteten Hipp‑Babygläser. Der 39‑Jährige befindet sich derzeit in Einvernahme; nach kurzer Polizeigewahrsamshaft wurde er in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert. Weitere Details zur Person oder zu konkreten Ermittlungsschritten wurden von der Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst nicht genannt.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht eine Erpressung gegen den Babynahrungshersteller Hipp. Ende März war eine E‑Mail mit einer Lösegeldforderung über zwei Millionen Euro eingelangt, die erst am 16. April entdeckt wurde, weil sie in einem allgemeinen Mailordner abgelegt war. Parallel dazu hatten die Täter nach Angaben der Polizei sechs offenbar manipulierte Gläser Babybrei in Umlauf gebracht; in Österreich wurden bisher zwei solcher Gläser nachgewiesen, eines davon in Schützen am Gebirge entdeckt, das andere zunächst vermisst.

Ein von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt veranlasstes Gutachten ergab in einem sichergestellten Glas den Nachweis von 15 Mikrogramm Rattengift. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde die genaue Art des Giftes bislang nicht veröffentlicht. Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind die Straftatbestände der vorsätzlichen Gemeingefährdung und der versuchten absichtlich schweren Körperverletzung. Die Behörden betonen die anhaltende Gefährdungslage, solange weitere manipulierte Gläser nicht gefunden sind.

In internationaler Kooperation ist die Soko »Glas« eingesetzt worden; neben dem Landeskriminalamt Burgenland und dem Bundeskriminalamt sind auch Kriminalbeamte aus Ingolstadt beteiligt. Die Ermittler prüfen Verbreitungswege der manipulierten Ware und Hinweise in Österreich, Tschechien, der Slowakei sowie ungarischen Grenzgebieten. Bislang blieben Nachforschungen in Krankenhäusern, Kindergärten, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen ohne weiteren Fund; die Suche nach dem zweiten mutmaßlich vergifteten Glas wird fortgesetzt.