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Großhandelspreise steigen im Februar 2026 um 1,1 %

Der Preisauftrieb im österreichischen Großhandel hat sich im Februar verstärkt, wobei vor allem Gold, Kaffee und einzelne Rohstoffgruppen die Jahresrate nach oben zogen.

JKCM Desk 3 Min Lesezeit
Titelbild: Großhandelspreise steigen im Februar 2026 um 1,1 %
  • Der Großhandelspreisindex stieg im Februar auf 101,4 Punkte und lag 1,1 % über dem Vorjahr.
  • Gegenüber Jänner betrug das Plus 0,7 %.
  • Starke Zuwächse gab es bei Uhren und Schmuck, Kaffee sowie Schrott und Altmaterial.
  • Deutlich billiger waren unter anderem Getreide, Kunststoffe in Primärformen und Treibstoffe.

Im österreichischen Großhandel hat sich der Preisauftrieb zu Jahresbeginn verstärkt. Nach einem Plus von 0,4 % im Jänner lag der Großhandelspreisindex im Februar 2026 bereits 1,1 % über dem Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,7 % auf 101,4 Punkte. Damit beschleunigte sich die Dynamik innerhalb eines Monats deutlich. Für Unternehmen ist das relevant, weil Großhandelspreise ein frühes Signal für Beschaffungskosten und Margendruck liefern können, lange bevor sich Bewegungen vollständig in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Der neue Bericht zeigt allerdings kein flächiges Preisbild, sondern eine sehr ungleiche Entwicklung zwischen einzelnen Warengruppen.

Besonders stark verteuerten sich im Jahresvergleich Uhren und Schmuck mit 16,1 %, was nach Angaben von Statistik Austria vor allem auf den Goldpreis zurückzuführen ist. Ebenfalls kräftig stiegen die Preise für Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze mit 12,5 % sowie für Schrott und Altmaterial mit 12,1 %. Deutlich über Vorjahr lagen auch Maschinenzubehör mit 9,1 %, Obst, Gemüse und Kartoffeln mit 8,3 %, Flachglas mit 8,0 %, feste Brennstoffe mit 7,5 %, Rohholz mit 7,0 % und Nichteisenmetalle mit 6,9 %. Diese Mischung zeigt, dass sowohl rohstoffnahe als auch verarbeitungsnahe Segmente teurer wurden. Für Industriebetriebe und Handel ist das ein Hinweis auf anhaltend heterogene Kostenströme.

Gleichzeitig gab es auch deutliche Preisrückgänge. Am stärksten verbilligten sich Getreide, Saatgut und Futtermittel mit minus 14,4 %. Primärformen von Kunststoffen lagen 12,1 % unter Vorjahr, sonstige Mineralölerzeugnisse 8,1 % und Motorenbenzin inklusive Diesel 6,5 %. Auch Häute, Leder und Felle wurden günstiger. Genau diese Gegenbewegungen sind zentral für die Einordnung. Der Großhandel erlebt keinen allgemeinen Preiswellen-Effekt über alle Güter hinweg, sondern starke Ausschläge nach Produktgruppen. Das spricht dafür, dass internationale Rohstoffmärkte, Agrarpreise, Energiepreise und währungsabhängige Importkosten weiterhin mit unterschiedlicher Intensität auf einzelne Segmente durchschlagen.

Als Frühindikator verdient der Großhandel trotzdem Aufmerksamkeit. Wenn Vorleistungsgüter, importnahe Produkte oder stark gehandelte Konsumgüter teurer werden, kann das später auf Produzenten, Zwischenhändler und Endpreise wirken. Es gibt aber keinen Automatismus. Der Übergang hängt davon ab, ob Unternehmen Preissteigerungen weitergeben können, ob sie Lagerbestände zu älteren Konditionen halten und wie stark die Nachfrage im jeweiligen Markt ist. Gerade weil Treibstoffe, Kunststoffe und Agrargüter teilweise günstiger wurden, lässt sich aus dem Februarwert keine simple Botschaft für die gesamte Inflationsentwicklung ableiten. Der Index ist eher ein Lagebild für die Breite der Kostenbewegungen als ein direkter Vorbote eines einzelnen Konsumentenpreistrends.

Die Februardaten markieren damit eine spürbare, aber selektive Beschleunigung. Für Österreichs Wirtschaft ist das vor allem deshalb wichtig, weil der Großhandel zwischen Rohstoffmärkten, Industrie, Bau, Handel und vielen Dienstleistungsbereichen vermittelt. Wer Kostenentwicklung verstehen will, muss auf die Zusammensetzung schauen. Gold, Kaffee und bestimmte Materialgruppen treiben nach oben, während Energieprodukte und einige Agrar- und Kunststoffsegmente entlasten. Der Gesamtwert von plus 1,1 % erzählt deshalb nur die halbe Geschichte. Die eigentliche Nachricht lautet, dass sich die Preisfront im Großhandel verbreitert hat, ohne dass daraus bereits ein einheitlicher Kostenschub über alle Bereiche der Wirtschaft geworden wäre.