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Italienischer Waffenhändler in den USA schuldig gesprochen wegen Lieferung US‑Munition nach Russland

US‑Behörden: Verkäufer schuf Firmennetzwerk, um Exportauflagen zu umgehen; Munition im Wert von mehr als 540.000 US‑Dollar über Kirgisistan nach Russland weitergeleitet.

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Titelbild: Italienischer Waffenhändler in den USA schuldig gesprochen wegen Lieferung US‑Munition nach Russland
  • Manfred Gruber gestand in New York, US‑Exportkontrollen umgangen und Munition weitergeleitet zu haben
  • Mitverschwörer in Kirgisistan bereits verurteilt.

Nach Angaben der US‑Justiz sitzt ein italienischer Verkaufsleiter eines großen Waffenvertriebs in Untersuchungshaft, nachdem er sich in New York der Verschwörung zur Verletzung von Exportkontrollen schuldig bekannt hat. Die vorgelegten Gerichtsunterlagen beziffern den Wert der aus den USA stammenden Munition auf mehr als 540.000 US‑Dollar, die über mehrere Stationen letztlich nach Russland gelangt sein sollen.

Im Mittelpunkt der Anklage steht Manfred Gruber, der Ende März im Eastern District of New York vor einer US‑Richterin auftrat und ein Geständnis ablegte. Ermittlern zufolge kaufte Gruber Munition bei US‑Anbietern, ließ die Lieferungen nach Italien liefern und veranlasste anschließend die Re‑Exportierung von Teilen der Sendungen nach Kirgisistan, ohne die hierfür erforderlichen Genehmigungen zu besitzen. Von dort sei ein Großteil der Ware weiter nach Russland geschickt worden.

Gleichzeitig dokumentieren die Akten, dass Gruber ein Netz mehrerer Firmen nutzte, um die wahre Bestimmung der Sendungen zu verschleiern. Zwei US‑Hersteller mit Exportlizenzen lieferten Munition an Grubers italienischen Arbeitgeber unter der Bedingung, dass die Ware in Italien verbleibt; die Staatsanwaltschaft legt dar, dass Gruber diese Auflagen umging, indem er Scheinfirmen für die Weiterleitung nach Kirgisistan einsetzte. Gerichtsdokumente zeigen zudem verschlüsselte Nachrichten, die den Austausch über Liefermengen und Versandmodalitäten belegen.

Unterdessen ist ein mutmaßlicher Mitverschwörer, Sergei Zharnovnikov aus Kirgisistan, bereits im Januar zu 39 Monaten Haft verurteilt worden, nachdem er sich schuldig bekannt hatte, US‑gefertigte Waffen und Munition nach Russland weitergeleitet zu haben. Vertreter der Strafverfolgung hoben das Geständnis Grubers als weiteren Schritt bei der Durchsetzung von Exportkontrollgesetzen hervor und kündigten an, gegen derartige illegale Lieferketten vorzugehen.