JKCM News
Startseite
Europa

Europa verurteilt Einsatz der russischen 'Oreshnik'-Rakete als reckless escalation

Nach einem groß angelegten russischen Angriff, bei dem nach ukrainischen Angaben erneut die Oreshnik-Mittelstreckenrakete eingesetzt wurde, fordern führende EU-Politiker schärfere Maßnahmen und verstärkte Unterstützung für die ukrainische Luftabwehr.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Europa verurteilt Einsatz der russischen 'Oreshnik'-Rakete als reckless escalation
Reaktionen aus Berlin, Paris und Brüssel: EU-Spitzenpolitiker sehen in dem Angriff eine gefährliche Eskalation und bekräftigen die Unterstützung für die Ukraine.

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten setzte Russland die als Oreshnik bekannte Mittelstreckenrakete erneut gegen Ziele in der Region Kyjiw ein. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte später einen Abschuss und stellte ihn als Vergeltung für angebliche ukrainische Angriffe auf zivile Ziele dar, die Kiew zurückweist. Der Vorfall löste binnen kurzer Zeit internationale Erschütterung und scharfe diplomatische Reaktionen aus.

In Europa rief der Einsatz der Oreshnik scharfe Proteste hervor. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den Angriff in einer Mitteilung als reckless escalation und bekräftigte die deutsche Unterstützung für die Ukraine. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die Angriffe ebenfalls und sah im Einsatz der als nuklearfähig beschriebenen Rakete ein Zeichen gefährlicher Eskalation und ein Indiz für eine Pattsituation in Moskaus Kriegsführung. Beide Staatschefs kündigten an, die Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten.

In Brüssel forderte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Konsequenzen und verwies auf die Brutalität des Vorgehens sowie die Missachtung menschlichen Lebens und von Friedensbemühungen. EU-Außenpolitikerin Kaja Kallas nannte die Angriffe terroristische Akte gegen die Zivilbevölkerung und warnte vor einer Form von nuklearer Zündelei, die besondere Besorgnis erzeuge. EU-Außenminister sollen in der kommenden Woche über weitere Druckmaßnahmen gegen Russland beraten, um auf die neue Entwicklung zu reagieren.

Die Oreshnik war nach Berichten erstmals 2024 bei einem Angriff auf die Stadt Dnipro eingesetzt worden und gilt seither als eines der genau beobachteten Rüstungsprojekte Russlands. Moskau beschreibt die Waffe als moderne ballistische Rakete mit großer Reichweite, die nach russischen Angaben weite Teile Europas erreichen könne; auch Belarus wird im Zusammenhang mit dem System genannt. Die erneute Nutzung der Rakete verschärft die Debatte um die Verstärkung der ukrainischen Luftabwehr und die politischen Konsequenzen in Europa.