Starmer will europäische Verbündete beim Nato‑Gipfel in Ankara zusammenschließen
Der britische Premier will in Ankara seine Verteidigungszusagen betonen und europäische Partner für eine stärkere Rolle innerhalb der Allianz gewinnen, während Unklarheit über US‑Forderungen zu Ausgaben bleibt.
Die Kernentwicklung: Keir Starmer reist zum Nato‑Gipfel in Ankara, um europäische Partner hinter einer gemeinsamen, stärkeren europäischen Rolle innerhalb der Allianz zu versammeln und sich zugleich gegen drohende Rügen aus Washington wegen ungleich verteilter Verteidigungsausgaben zu wappnen. Der Gipfel bietet ihm die Gelegenheit, Zusagen in praktische Kooperationen zu übersetzen und die Botschaft einer verlässlichen britischen Sicherheitsposition zu senden.
Zugleich will der Premier die Bereitschaft Großbritanniens zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben betonen. Die Regierung stellt in Aussicht, dass die Verteidigungsleistung des Vereinigten Königreichs bis 2027–28 auf 2,7 Prozent des BIP steigen werde. Eine verbindliche Zusage, bis zum Ende des Jahrzehnts eine Zwischenmarke von drei Prozent zu erreichen, wurde nicht gegeben, weshalb Starmer zusätzlich auf konkrete Projekte und gemeinsame Einsätze setzen will, um seine Zusagen zu untermauern.
Im Mittelpunkt der Mission steht der Versuch, das größte Nato‑Mitglied davon zu überzeugen, wie Ankündigungen zu Ausgaben in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden können. Großbritannien gilt in absoluten Beiträgen als drittgrößter Zahler innerhalb der Allianz, rangiert aber nur an 14. Stelle der 32 Mitglieder gemessen am Anteil am BIP. Vor diesem Hintergrund sollen in Ankara Maßnahmen zur faireren Lastenteilung und zur Umwandlung von Versprechen in operative Kooperationen erörtert werden.
Daneben plant die britische Delegation, mehrere Verteidigungsindustrie‑Initiativen mit europäischen Partnern anzukündigen. Diese gemeinschaftlichen Projekte sollen den praktischen Beitrag Großbritanniens zur Bündnisfähigkeit verdeutlichen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit in Europa stärken. Starmer will damit zugleich der Kritik an ungleichen Beiträgen begegnen und die Kooperation innerhalb der Allianz konkreter ausgestalten.