Lawinenlage angespannt: Arlberg-Orte bis Sonntagfrüh auf dem Straßenweg abgeschnitten
Nach einem tödlichen Lawinenabgang in der Steiermark und einer Lawine auf der Zufahrtsstraße nach Lech-Zürs bleiben mehrere Arlberg-Orte bis zumindest Sonntagfrüh auf dem Straßenweg nicht erreichbar.
- In den Wölzer Tauern wurde ein 21-jähriger Skifahrer nach einem Lawinenabgang tot geborgen.
- Die Gruppe hatte die gesicherte Piste verlassen; laut Polizei führte niemand Lawinenausrüstung mit.
- Am Arlberg verlegte eine Lawine am Samstagnachmittag die Straße nach Lech-Zürs; Flexen- und Arlbergstraße blieben gesperrt.
- Lech, Zürs und Stuben sind bis zumindest Sonntagfrüh über den Straßenweg nicht erreichbar; die Durchfahrt nach Tirol ist über den Straßentunnel möglich.
- Bergrettung, Alpinpolizei, Suchhundestaffeln und Hubschrauber waren in mehreren Einsätzen gebunden.
Die Lawinensituation in Westösterreich ist am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag angespannt geblieben. Am Arlberg verlegte eine Lawine die Zufahrtsstraße nach Lech-Zürs; in der Folge wurden die Arlbergstraße (L197) sowie die Flexenstraße (L198) abschnittsweise aus Sicherheitsgründen gesperrt. Damit waren Lech, Zürs und Stuben bis zumindest Sonntagfrüh nicht auf dem Straßenweg erreichbar. Parallel dazu meldeten die Behörden weitere schwere Lawinenereignisse in den Alpen, darunter ein tödlicher Abgang in der Steiermark.
In den Wölzer Tauern (Bezirk Murau) kam es nach Angaben der Landespolizeidirektion Steiermark am Samstagnachmittag zu einem Lawinenabgang im freien Skiraum. Eine sechsköpfige Gruppe von Alpinskifahrern hatte eine gesicherte Piste verlassen und fuhr in Richtung "Hoher Zinken" auf rund 1.900 Metern Seehöhe ab. Oberhalb löste sich ein Schneebrett, das laut Polizei eine Ausdehnung von ungefähr 200 mal 200 Metern erreichte. Ein 21-jähriger Mann wurde erfasst und vollständig verschüttet. Einsatzkräfte der Bergrettung, der Alpinpolizei sowie Suchhundestaffeln und Hubschrauber waren im Einsatz; ein Lawinensuchhund lokalisierte den Verschütteten, der in einer Tiefe von rund 1,40 Metern gefunden und tot geborgen wurde. Die Alpinpolizei ermittelt zur Ursache der Auslösung.
Am Arlberg verschärfte sich die Lage am Samstagnachmittag, als eine Lawine die Straße nach Lech-Zürs verlegte. Die Sperren auf der L197 und L198 hatten zur Folge, dass die Orte Lech, Zürs und Stuben über Stunden nur über Tirol und den Arlberg-Straßentunnel erreichbar blieben. Der ÖAMTC sprach von einer angespannten Verkehrslage im Arlberggebiet; gleichzeitig liefen Sicherungsmaßnahmen, darunter Sprengungen und Lagebeurteilungen, um weitere spontane Abgänge zu verhindern.
Laut den Behördenangaben wurden im Bereich der Straßenlawine zunächst weder Personen noch Fahrzeuge unter den Schneemassen gemeldet, die betroffenen Abschnitte blieben aber aus Sicherheitsgründen geschlossen. Wann die Freigabe erfolgen kann, hängt von Wetterentwicklung, Sichtverhältnissen und den Ergebnissen der Sicherungsarbeiten ab. Die Einsätze der letzten Tage zeigen, wie schnell sich die Situation im Hochgebirge bei Neuschnee und Wind verändern kann, und binden in kurzer Zeit große Kräfte von Rettung, Polizei und freiwilligen Organisationen.