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Mehrheit in Japan befürwortet weibliche Thronfolge — Takaichi plädiert dennoch für Ausweitung männlicher Erben

Mainichi-Umfrage zeigt breite Unterstützung für Frauen auf dem Chrysanthementhron; Innenministerin Takaichi setzt auf Maßnahmen zur Stärkung männlicher Erbfolge.

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Titelbild: Mehrheit in Japan befürwortet weibliche Thronfolge — Takaichi plädiert dennoch für Ausweitung männlicher Erben
  • 61 Prozent befürworten Gesetzesänderung für weibliche Thronfolge
  • Regierungsspitze favorisiert stattdessen Schritte zur Ausweitung des Kreises männlicher Thronanwärter.

Nach Angaben einer aktuellen Mainichi-Umfrage sprechen sich 61 Prozent der Befragten für eine Änderung der Regelung aus, die Frauen den Zugang zum japanischen Thron ermöglichen würde. Nur neun Prozent sprachen sich demnach dafür aus, die Nachfolge ausschließlich männlichen Abkömmlingen vorzubehalten. Die Umfrage bestätigt damit eine anhaltend starke Zustimmung in der Bevölkerung für die Öffnung der Thronfolge.

Im Mittelpunkt der politischen Debatte steht jedoch ein anderer Kurs: Innenministerin Sanae Takaichi stellte vor Mitgliedern der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) Maßnahmen in Aussicht, die den Pool männlicher Thronfolger vergrößern sollen. Nach dem Schritt betonte sie die Dringlichkeit, Diskussionen über Änderungen im Gesetz zum Kaiserhaus zu beschleunigen, setzte dabei aber bewusst auf konservative Lösungen statt auf eine Öffnung zugunsten weiblicher Thronfolgerinnen.

Zugleich bleibt die verfassungsrechtliche Definition des Kaisers unverändert; das Grundgesetz von 1947 beschreibt das Amt als Symbol des Staates und der Einheit des Volkes, während die konkrete Nachfolgeregelung im separaten Imperial House Law verankert ist und aktuell nur männliche Nachkommen in männlicher Linie zulässt. Die neue Umfrage macht deutlich, dass sich die öffentliche Meinung und die Haltung einflussreicher Akteure innerhalb der Regierungspartei weiter voneinander entfernen.

Daneben gewinnt die Debatte an Brisanz, weil der Kreis potenzieller männlicher Nachfolger begrenzt ist und die Frage der Thronfolge wiederholt ins öffentliche Interesse gerückt ist. In politischen Kreisen wird kontrovers diskutiert, ob kurzfristige Anpassungen zur Ausweitung männlicher Erben ausreichend wären oder ob eine grundlegende Reform nötig ist, um die langfristige institutionelle Stabilität des Kaiserhauses zu sichern.