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Kiew bestreitet gezielten Drohnenangriff auf russisch kontrolliertes Kernkraftwerk Saporischschja

Rosatom meldet Einschlag in Turbinenhalle von Block 6 und spricht von gezieltem Angriff; Kiew nennt Vorwurf Propaganda, IAEA fordert Zugang zur Überprüfung.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Kiew bestreitet gezielten Drohnenangriff auf russisch kontrolliertes Kernkraftwerk Saporischschja
  • Rosatom meldet Loch in Turbinenhalle, Kiew weist Anschuldigung zurück
  • IAEA verlangt Zugang zur Begutachtung des betroffenen Gebäudes.

Nach Angaben der russischen Atombehörde Rosatom traf nach ihrer Mitteilung am Samstag eine Drohne die Turbinenhalle von Block 6 des von Russland kontrollierten Kernkraftwerks Saporischschja. Rosatom-Chef Alexei Likhatschow erklärte, der Einschlag habe eine Öffnung in einer Außenwand hinterlassen und eine Detonation ausgelöst. Zugleich versicherte das Unternehmen, die zentrale Reaktorausrüstung sei nicht beschädigt worden.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, wer den Angriff verübt hat. Die ukrainischen Streitkräfte wiesen die Vorwürfe umgehend als ‚erneuten Propagandatrick‘ zurück und betonten, ihre Truppen hätten Block 6 nicht angegriffen. Nach Angaben Kiews habe es an der betreffenden Frontstelle zum Zeitpunkt des Vorfalls keine Kampfhandlungen gegeben und keine Waffen seien eingesetzt worden; die ukrainischen Soldaten handelten demnach strikt nach den Regeln des humanitären Völkerrechts.

Zugleich bestätigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass das Kraftwerk die Agentur über einen Drohneneinschlag in ein Turbinengebäude informiert habe. IAEA‑Direktor Rafael Grossi äußerte ernsthafte Besorgnis und forderte Zugang, damit ein Expertenteam die betroffene Turbinenhalle vor Ort untersuchen könne. Die Behörde wies darauf hin, dass Angriffe auf Nuklearanlagen ein erhebliches Risiko für die Sicherheit darstellen.

Der Vorfall ereignet sich, nachdem das Werk 2022 unter russische Kontrolle geriet und weiterhin in unmittelbarer Nähe der Frontlinie in der Region Saporischschja liegt. Die Meldungen haben die internationalen Befürchtungen über die Verwundbarkeit von Kernkraftwerken in Kriegsgebieten verstärkt und führten zu diplomatischen Nachfragen. Konkrete Reaktionen anderer Staaten wurden in den vorliegenden Berichten nicht ausführlich genannt.

Unterdessen meldeten russische Behörden, dass ukrainische Drohnen in der Nacht zuvor Brände in mehreren Ölanlagen in russischen Regionen ausgelöst hätten. Gouverneure berichteten von Brandherden in Lagern und einem beschädigten Tanker; in der Folge kommentierte der ukrainische Präsident die Angriffe auf der Plattform X als Rückführung des Krieges an dessen Ursprungsorte. Die Lage vor Ort bleibt angespannt, und bis zu einer unabhängigen Inspektion durch die IAEA bleiben Ursache und genaue Umstände des gemeldeten Einschlags Gegenstand widersprüchlicher Darstellungen.