Netanjahu: Krieg mit Iran ist nicht vorbei – Trump lehnt iranisches Gegenangebot ab
Israels Regierungschef fordert Entfernung angereicherten Urans und Stilllegung von Anlagen; die USA lehnen ein von Iran vorgelegtes Gegenangebot ab.
- Netanjahu verlangt Entfernung von angereichertem Uran
- Washington bezeichnet Irans Gegenangebot als ‚völlig inakzeptabel‘.
Nach Angaben von Benjamin Netanjahu ist der Krieg mit Iran noch nicht beendet. In einem für die Sendung 60 Minutes aufgezeichneten Interview sagte der israelische Ministerpräsident, es gebe weiterhin angereichertes Uran, das aus Iran entfernt werden müsse, und Anreicherungsanlagen, die stillgelegt werden sollten. Er verwies zugleich auf von Iran unterstützte Stellvertreter und auf die Produktion ballistischer Raketen, die gestoppt werden müsse. Netanjahu formulierte damit ein klares Ziel: das iranische Atomprogramm dauerhaft zu beenden und physisch bestehende Bestände sowie Infrastruktur zu beseitigen.
Im Mittelpunkt der Diskussion steht die konkrete Frage des Umgangs mit vorhandenem nuklearem Material. Netanjahu erklärte, man müsse hineingehen und das Material herausnehmen; damit unterstrich er den Anspruch auf unmittelbares Eingreifen an den Standorten. Diese Forderung steht im Einklang mit der harten Linie, die Israel und die USA gegenüber Teheran vertreten, und verschärft die Anforderungen an jede mögliche Verhandlungslösung.
Gleichzeitig lehnte US-Präsident Donald Trump ein von Iran vorgelegtes Gegenangebot strikt ab und bezeichnete es in einem Eintrag auf Truth Social als ‚TOTALLY UNACCEPTABLE!‘ Dem Vorschlag Irans zufolge wäre ein Teil des hochangereicherten Urans verdünnt worden, der Rest sollte in ein Drittland transferiert werden, mit der Option zur Rückgabe, falls die USA den Deal verlassen würden. Tehran habe zudem einer kürzeren Aussetzung der Urananreicherung zugestimmt, als von Washington gefordert wurde; die von den USA verlangte 20-jährige Moratoriumsdauer wurde demnach nicht akzeptiert.
Daneben bleibt strittig, ob und in welchem Umfang Anlagen demontiert werden müssen. Iran lehnte die Forderung nach Demontage ab und setzte stattdessen auf getrennte Verhandlungen über das Nuklearprogramm. Zugleich haben die Spannungen praktische Folgen: Die Schließung der Straße von Hormus durch Iran hat bereits zu einem Anstieg der weltweiten Energiepreise und zu höheren Benzinpreisen in den USA geführt.
Nach dem Schritt, Vermittler in Pakistan einzuschalten, suchen Washington, Teheran und Jerusalem weiterhin nach einer Übereinkunft, doch ist ein Abkommen bislang nicht in Sicht. Die Kernstreitpunkte bleiben zentral: Dauer und Umfang einer Anreicherungsaussetzung, der Verbleib und die Kontrolle angereicherten Materials sowie die Frage, ob Anlagen dauerhaft außer Betrieb gesetzt oder demontiert werden müssen.