Senator Lindsey Graham überraschend gestorben: 71-jähriger Republikaner prägte Wandel der Partei
Der langjährige Senator aus South Carolina ist nach plötzlicher Erkrankung gestorben. Sein Kurs reichte von scharfer Trump-Kritik bis zur engen Kooperation mit dem ehemaligen Präsidenten.
Der US-Senator Lindsey Graham ist überraschend im Alter von 71 Jahren nach einer plötzlich aufgetretenen Erkrankung gestorben. Graham vertrat South Carolina seit 2003 im Senat und galt über lange Zeit als prägender Vertreter außenpolitischer Hardliner innerhalb der Republikanischen Partei.
Im Mittelpunkt seiner politischen Laufbahn stand ein auffälliger Wandel im Verhältnis zu Donald Trump. Anfangs trat Graham als scharfer Kritiker auf und unterstützte 2016 den unabhängigen Kandidaten Evan McMullin statt Trump. In den folgenden Jahren suchte er jedoch die Nähe zum ehemaligen Präsidenten, wurde erneut als Vertrauter wahrgenommen und zeigte Unterstützung für Trumps außenpolitische Entscheidungen.
Grahams Verhältnis zur konservativen Fraktion war zugleich durch langjährige persönliche Bindungen geprägt. Er war ein enger Verbündeter des verstorbenen Senators John McCain, und seine Haltung zur Außenpolitik blieb ein konstantes Element seiner Arbeit: Er verfolgte wiederholt eine harte Linie gegenüber internationalen Gegnern der USA und rückte etwa in späteren Jahren hinter Entscheidungen, die Trumps Kurs in der Außenpolitik stützten.
Sein Tod rief internationale Reaktionen hervor; Vertreter aus Israel und der Ukraine würdigten zugleich Aspekte seines Wirkens und verwiesen auf die widersprüchlichen Facetten seines politischen Erbes. Diese Reaktionen spiegeln die Ambivalenz einer Laufbahn, in der persönliche Loyalitäten und taktische Neuausrichtungen immer wieder nebeneinanderstanden.
Im politischen Betrieb galt Graham als Figur, die sich mehrfach neu positionierte und dadurch Einfluss gewann. Der plötzliche Tod beendet eine über zwei Jahrzehnte andauernde parlamentarische Karriere, die Debatten über Außen- und Sicherheitspolitik in den USA wesentlich mitprägte. Grahams politisches Vermächtnis wird in der US-Politik weitergehende Diskussionen darüber auslösen, wie Macht, Loyalität und Prinzipientreue innerhalb der Republikanischen Partei in den vergangenen Jahren ineinandergriffen.