Singapur startet Robotaxi-Rollout mit Hilfe chinesischer AV‑Pioniere
Grab und ComfortDelGro starten Robotaxi-Tests in Punggol gemeinsam mit WeRide und Pony.ai; Regierung peilt bis Jahresende Hunderte autonome Fahrzeuge an.
- Singapur genehmigt erste öffentliche Robotaxi-Einsätze in Punggol
- kurzfristig bleibt eine Sicherheitsbegleitung, langfristig sind fahrerlose Dienste geplant.
Nach Angaben von Regierungsstellen und Branchenkreisen hat Singapur den nächsten Schritt beim Test autonomer Taxis eingeläutet und führenden chinesischen Herstellern Zugang zu öffentlichen Straßen gewährt. Die Maßnahmen erlauben Fahrversuche und Shuttle‑Services, die von Grab und ComfortDelGro in Partnerschaft mit WeRide beziehungsweise Pony.ai betrieben werden sollen. Damit rückt die Stadtstaatverwaltung von reinen Versuchsanlagen zu Einsätzen im regulären Straßenverkehr vor.
Im Mittelpunkt der Pläne steht das Wohngebiet Punggol, wo die Unternehmen Shuttle‑Taxidienste auf öffentlichen Straßen anbieten wollen. Die Behörden sehen die Einsätze als Übergangsphase: Kurzfristig wird weiterhin eine Sicherheitsbegleitung an Bord sein, mittelfristig streben sie einen Schritt zu vollständig fahrerlosen Fahrzeugen an. Vertreter der Behörden hatten bereits erklärt, dass das Ziel sei, bis Jahresende zwischen 100 und 150 Robotaxis in Singapur zu haben.
Zugleich unterstreicht der Vorstoß die Bedeutung chinesischer Entwickler in der internationalen AV‑Branche. WeRide und Pony.ai gelten in Fachkreisen als fortgeschritten bei der Entwicklung robuster Systeme für den urbanen Einsatz, und der Markteintritt in Singapur bietet beiden Anbietern die Möglichkeit, ihre Technik in einem streng regulierten Umfeld zu erproben. Für die Betreiber bedeutet das auch, Referenzprojekte außerhalb Chinas aufzubauen und Betriebserfahrungen unter realen Verkehrsbedingungen zu sammeln.
Daneben mahnen Experten, dass wirtschaftliche und betriebliche Herausforderungen verbleiben. Viele Hersteller und Technologieanbieter sind noch in der Start‑up‑Phase und auf externe Finanzierung angewiesen; die Frage nach Profitabilität und skalierbarem Betrieb ist weiterhin offen. In Singapur will man den schrittweisen Rollout nutzen, um regulatorische Abläufe, Sicherheitsstandards und Betriebsmodelle unter Alltagsbedingungen zu testen.
Inzwischen könnten erfolgreiche Einsätze in Punggol als Vorlage für eine breitere Einführung autonomer Mobilitätsdienste dienen. Behörden und Betreiber planen, aus den gesammelten Betriebserfahrungen zu lernen und Anforderungen für den sicheren Übergang zu größeren Robotaxi‑Flotten weiterzuentwickeln. Konkrete Zeitpläne für das Ende der Sicherheitsbegleitung wurden bisher nicht bekanntgegeben.