Südkorea wirbt in Indien und Vietnam um engere Wirtschaftspartnerschaften
Präsident Lee besucht New Delhi und Hanoi, um Handel, Technologie und Lieferketten zu stärken; Ziel bleibt, den bilateralen Handel mit Indien bis 2030 auf 50 Mrd. USD zu steigern.
Nach Angaben aus Seoul hat Präsident Lee eine zweitägige Reise nach New Delhi und Hanoi angetreten, um die wirtschaftlichen Beziehungen Südkoreas zu Indien und Vietnam substanziell zu vertiefen. Die Regierung will bestehende Handelsvereinbarungen rasch aufwerten und konkrete Maßnahmen zur Stärkung regionaler Lieferketten vorantreiben.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen mit Indien steht die beschleunigte Aufwertung des Comprehensive Economic Partnership Agreement (CEPA). Beide Seiten peilen an, den bilateralen Handel von rund 27 Milliarden US‑Dollar im Vorjahr auf 50 Milliarden US‑Dollar bis 2030 zu steigern und dafür enger in Bereichen wie Schiffbau, maritimer Industrie, Finanzdienstleistungen, künstliche Intelligenz und Verteidigung zu kooperieren.
Zugleich betont die südkoreanische Führung die sicherheitspolitische Dimension wirtschaftlicher Kooperationen. Vor dem Hintergrund von Störungen globaler Lieferketten durch Konflikte im Nahen Osten sollen die Abkommen mit Indien und Vietnam helfen, alternative Fertigungs‑ und Beschaffungswege aufzubauen und die Resilienz kritischer Industriezweige zu stärken.
In Hanoi will Präsident Lee vergleichbare Zusagen vorantreiben, da Vietnam als wichtiger Standort für Fertigung und Logistik gilt. Geplant sind verstärkte Investitionsanreize und gemeinsame Projekte, die Technologie‑ und Produktionskapazitäten vor Ort ausbauen sollen, um Lieferketten lokaler und robuster zu gestalten.
Daneben umfasst der Besuch bilaterale Gespräche über Technologie‑ sowie Verteidigungskooperationen, die auf Modernisierung und Know‑how‑Transfer zielen. Seoul sieht in der Vertiefung dieser Beziehungen einen Weg, seine strategische Stellung in Asien zu festigen und gleichzeitig ökonomische Risiken durch diversifizierte Lieferketten zu mindern.
Unterdessen sollen konkrete Schritte zur Umsetzung der Vereinbarungen folgen, einschließlich engerer Abstimmung in Handelspolitik und sektoralen Partnerschaften. Die südkoreanische Regierung setzt darauf, dass engere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Verflechtungen mit Indien und Vietnam langfristig zu stabileren Lieferketten und gesteigertem Wachstum beitragen.