Gefälschte Job‑Anzeigen sollen Spionagenetz in Philippinen aufgebaut haben
Forscher entdeckten Anzeigen mit dem Janes‑Logo und hohen Gehaltsversprechen, die offenbar dazu dienten, Verteidigungsexperten zur Weitergabe sensibler Informationen zu ködern.
Nach Angaben von Rechercheteams setzten Betrüger gefälschte Stellenanzeigen ein, um gezielt Mitarbeiter und Experten aus dem philippinischen Verteidigungssektor anzusprechen. Die Inserate trugen demnach das Emblem des internationalen Fachverlags Janes und lockten mit Honoraren zwischen 1.000 und 5.000 US‑Dollar für Rollen wie die eines regional security researcher.
Zugleich forderten die Anzeigen Interessenten auf, Lebensläufe an Viber‑ und WhatsApp‑Nummern sowie an eine angegebene E‑Mail‑Adresse zu schicken. Obwohl die Inserate äußerlich glaubwürdig wirkten, waren die angeblichen Recruiter gefälscht; digitale Spuren führten in eine breitere Online‑Rekrutierungsinfrastruktur, wie die Untersuchung ergab.
Inzwischen sehen die Forscher Verknüpfungen zwischen diesem Rekrutierungsnetzwerk und einer mutmaßlichen Spionagenetzwerkstruktur, die philippinische Behörden nach eigenen Angaben im Vormonat zerschlagen haben. Die Täter hätten gezielt Fachpersonal angesprochen, um Zugang zu fachspezifischem Wissen und möglicherweise zu sensiblen Verteidigungsdaten zu erlangen.
Gleichzeitig betonen die Analysten, dass die Vorgehensweise auf Aufbau von Glaubwürdigkeit gesetzt habe: die Nutzung eines renommierten Logos, professionell formulierte Anzeigen und attraktive finanzielle Anreize sollten Seriosität suggerieren. Die Kombination mit populären Kommunikationskanälen machte die Angebote für potenzielle Opfer besonders überzeugend.
Daneben hebt die Untersuchung hervor, dass solche Scheinangebote nicht zufällig einzelne Personen treffen, sondern systematisch Strukturen ausnutzen, um qualifizierte Zielpersonen zu identifizieren und zu kontaktieren. Forscher empfehlen erhöhte Vorsicht bei ungewöhnlichen Jobanfragen und raten, Inserate vor einer Bewerbung anhand verifizierter Stellenanzeigen und direkter Rückfrage bei den angegebenen Organisationen zu prüfen.