Tokayev fordert UN-Reformen und warnt vor Vertrauensverlust angesichts Iran‑Konflikts
Bei einem Auftritt auf dem Antalya Diplomacy Forum forderte Kasachstans Präsident eine stärkere Rolle der UNO und hob die humanitären Folgen des Iran‑Konflikts für viele Staaten hervor.
Nach Angaben des kasachischen Präsidenten Kassym‑Schomart Tokayev bedarf die Welt dringend einer Reform der Vereinten Nationen, weil der Multilateralismus an Einfluss verliere und wichtige Entscheidungen zunehmend außerhalb des UN‑Rahmens getroffen würden. In seiner Rede auf dem fünften Antalya Diplomacy Forum in der Türkei appellierte Tokayev an die internationale Gemeinschaft, konkrete Schritte zu ergreifen, um die Legitimität und die Handlungsfähigkeit der UNO wiederherzustellen.
Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die spürbaren globalen Folgen des andauernden Konflikts um Iran. Tokayev hob hervor, dass die humanitären und wirtschaftlichen Belastungen viele Staaten beträfen und warnte davor, dass das Ausweichen auf bilaterale oder informelle Entscheidungswege das Vertrauen in die internationale Ordnung untergrabe und damit die Fähigkeit zur kollektiven Krisenbewältigung schwächte.
Zugleich lobte Tokayev die Rolle der Türkei als Gastgeber und würdigte deren Zurückhaltung und verantwortungsbewusstes Vorgehen bei der Eindämmung einer möglichen Ausweitung von Konflikten. Er verwies auf die Bedeutung des Forums als Plattform für internationale Diplomatie und nannte die Teilnahme von Delegationen aus mehr als 150 Ländern sowie zahlreicher Staats‑ und Regierungschefs, Vizepräsidenten und Minister als Ausdruck der Relevanz der Zusammenkunft.
Daneben stellte Kasachstan seine eigenen diplomatischen Bemühungen heraus: Das Land betont seine neutrale Haltung, hat nach eigenen Angaben Anstrengungen zur Deeskalation unternommen und signalisiert Bereitschaft, Friedensverhandlungen auszurichten. Tokayev präsentierte dieses Angebot als praktischen Beitrag zur Stärkung multilateraler Lösungen und zur Minderung der humanitären Folgen des Konflikts.
Unterdessen forderte der Präsident eine engere Koordinierung zwischen Staaten und multilateralen Organen, damit internationale Entscheidungen wieder transparenter und gemeinschaftlich getroffen werden. Er plädierte für Reformvorschläge, die die Vermittlungs‑ und Krisenpräventionsfunktionen der UNO stärken sollen, nannte in der Rede jedoch keine konkreten Verfahrensänderungen.