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Ukraine fordert von Israel Beschlagnahme eines Frachters mit mutmaßlich geraubtem Getreide

Kiew verlangt Festsetzung, Untersuchung und Probenahme des Frachters Panormitis; Israel weist Vorwürfe zurück und prüft die formelle Anfrage.

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Titelbild: Ukraine fordert von Israel Beschlagnahme eines Frachters mit mutmaßlich geraubtem Getreide
  • Die Ukraine fordert die Sicherstellung des Schiffes Panormitis, die Entnahme von Getreideproben und die Befragung der Besatzung
  • israelische Behörden prüfen die Petition und betonen das Fehlen belastender Beweise.

Nach Angaben aus Kiew hat die Ukraine Israel formell gebeten, ein Frachtschiff zu beschlagnahmen, das nach ukrainischer Darstellung Getreide aus von Russland besetzten Gebieten an Bord habe. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte öffentlich erklärt, ein weiteres Schiff mit mutmaßlich gestohlenem Getreide sei in einem israelischen Hafen eingetroffen und beabsichtige, die Ladung zu entladen.

Im Mittelpunkt der Forderung steht der Panormitis: Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Kravchenko verlangte über Telegram die Sicherstellung des Schiffs und seiner Ladung, Durchsuchungen, die Beschlagnahme von Dokumenten, die Entnahme von Getreideproben sowie die Befragung der Besatzung. Kiew nannte das Schiff als Ziel der Maßnahmen; nach Angaben der Ukraine fährt es unter panamaischer Flagge nach Haifa.

Nach dem Schritt hatte Kiew zudem auf einen früheren Fall verwiesen: Seit März habe die Regierung Bedenken gegen ein anderes Frachtschiff, die Abinsk, erhoben; dieses Schiff sei trotz der Einwände in Israel entladen worden und danach abgelegt. Die aktuelle Petition bringt die anhaltende Auseinandersetzung über mutmaßlich aus besetzten Gebieten entnommenes Getreide erneut ins internationale Licht.

Zugleich reagierte Israel zurückhaltend. Außenminister Gideon Saar kritisierte, die ukrainische Kommunikation finde teils über soziale Medien statt, und nannte bislang keine belastenden Belege dafür, dass die in Israel wartende Ladung aus ukrainisch besetztem Gebiet stamme. Die formelle Anfrage aus Kiew liege den zuständigen Stellen vor und werde geprüft, sagte Saar.

Daneben wiesen Vertreter der griechischen Reederei, die das betreffende Schiff verwaltet, die Vorwürfe zurück und erklärten, die Ladung stamme aus Russland. Bislang wurden keine unabhängigen Untersuchungsergebnisse oder Probenahmen veröffentlicht, die die ukrainischen oder die gegenteiligen Angaben bestätigen würden.