Allbirds gibt Schuhgeschäft auf und wandelt sich zu AI‑Infrastrukturanbieter NewBird AI
Allbirds verkauft seine Markenrechte, sichert sich eine $50‑Mio.-Finanzierung für GPU‑Käufe und plant eine Sonderdividende; die Aktie kletterte um mehr als 550 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens vollzieht Allbirds einen radikalen Strategiewechsel: Der einst auf nachhaltige Schuhe ausgerichtete Konzern gibt das Konsumgeschäft auf und will künftig als Anbieter von KI‑Recheninfrastruktur auftreten. Als neuer Firmenname ist NewBird AI vorgesehen; mit dem Schritt soll die börsennotierte Einheit von den operativen Schuhaktivitäten getrennt und für Investitionen in Hochleistungs‑Hardware freigesetzt werden.
Zugleich hat Allbirds eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf der Marke und sämtlicher Schuh‑Aktiva an American Exchange Group getroffen. Der Käufer plant, das bisherige Schuhgeschäft fortzuführen und die Produktversorgung der Kunden sicherzustellen. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre und soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden, wobei noch eine außerordentliche Hauptversammlung terminiert ist.
Inzwischen sicherte sich das Unternehmen eine $50 Millionen umfassende wandelbare Finanzierung mit einem institutionellen Investor; die Investmentbank Chardan fungiert als Platzierungsagent. Die Mittel sind ausdrücklich für den Erwerb leistungsfähiger GPUs vorgesehen, die die Grundlage für dedizierte KI‑Rechenkapazität bilden sollen. Geplant ist, die neu angeschafften GPU‑Assets langfristig zu verleasen und daraus ein Geschäftsmodell aus 'GPU‑as‑a‑Service' sowie AI‑nativem Cloudangeboten zu entwickeln.
Daneben will NewBird AI den Ausbau einer sogenannten Neocloud‑Plattform vorantreiben, Kundenpartnerschaften vertiefen und strategische Zukäufe prüfen. Als unmittelbare Marktreaktion stieg der Aktienkurs des Unternehmens innerhalb weniger Handelsstunden um mehr als 550 Prozent. Das Management plant nach Abschluss der Transaktion eine Sonderdividende an berechtigte Aktionäre im dritten Quartal 2026, mit vorgesehenem Auszahlungstermin am 20. Mai, sofern die noch ausstehenden Zustimmungen erteilt werden.
Gleichzeitig begründet das Unternehmen die Neuausrichtung mit einer gestiegenen Nachfrage nach spezialisierten Rechenressourcen. Es verweist auf längere Beschaffungszeiten für moderne Hardware, historisch niedrige Rechenzentrums‑Leerstände in Nordamerika und eine bereits teilweise ausgebuchte verfügbare Kapazität bis in die Mitte des Jahres 2026. Vor diesem Hintergrund soll die Neuausrichtung es der Gesellschaft ermöglichen, kurzfristig in knappe GPU‑Kapazitäten zu investieren und diese marktgerecht bereitzustellen.