Allbirds verkauft Schuhgeschäft, will als NewBird AI in KI‑Compute umschwenken
Das einst auf Nachhaltigkeit fokussierte Unternehmen will Markenrechte veräußern, sich in NewBird AI umbenennen und mit einer $50‑Mio.-Finanzierung GPUs für KI‑Rechenkapazität beschaffen.
- Allbirds trennt sich vom Konsumgeschäft, plant Umfirmierung in NewBird AI und strebt den Aufbau eines GPU‑basierten KI‑Infrastrukturangebots an
- die Aktie reagierte mit einem starken Anstieg.
Nach Angaben des Unternehmens beendet Allbirds sein früheres Geschäftsmodell als Hersteller nachhaltiger Schuhe und will künftig allein KI‑Recheninfrastruktur anbieten. Es wurde eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf der Marke und sämtlicher Schuhaktivitäten an American Exchange Group unterzeichnet. Käufer und Verkäufer beabsichtigen, das Schuhgeschäft künftig unter neuer Führung weiterzuführen und die Markenrechte zu übertragen.
Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht eine zugesagte verwandelbare Finanzierung über 50 Millionen Dollar, die ein institutioneller Investor bereitstellt. Die Mittel sind zunächst für den Erwerb leistungsfähiger Grafikprozessoren (GPUs) vorgesehen, die als Grundlage für dedizierte KI‑Rechenkapazität dienen sollen. Die Transaktion zur Finanzierung wird zusammen mit der Rolle der Investmentbank Chardan als Platzierungsagent abgewickelt.
Nach dem Schritt plant das Unternehmen, sich in NewBird AI umzubenennen und als integrierter Anbieter von GPU‑as‑a‑Service sowie KI‑nativen Cloudlösungen aufzutreten. Der Konzern will ein sogenanntes neocloud‑Angebot mit langfristig vermieteter Compute‑Kapazität entwickeln und so Kunden dedizierte Ressourcen zur Verfügung stellen. Als Motivation nennt die Mitteilung eine strukturell gestiegene Nachfrage nach spezialisierter Rechenleistung und die eingeschränkte Verfügbarkeit moderner Hardware in Rechenzentren.
Zugleich steht der gesamte Plan unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre; eine außerordentliche Hauptversammlung ist für den 18. Mai angesetzt und der Abschluss des Verkaufs wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Nach Vollzug ist vorgesehen, vorbehaltlich weiterer Zustimmungen, am 20. Mai eine Sonderdividende an berechtigte Aktionäre im dritten Quartal 2026 auszuschütten, um das Schuhgeschäft formal vom börsennotierten Unternehmen zu trennen.
Daneben löste die Ankündigung an den Märkten eine massive Kursreaktion aus: Die Aktie stieg innerhalb weniger Handelsstunden deutlich, in der Mitteilung ist von einem Anstieg um über 550 Prozent die Rede. Das Unternehmen verweist auf längere Beschaffungszeiten für High‑End‑Hardware und sehr niedrige Leerstandsraten in nordamerikanischen Rechenzentren als Gründe für die Chancen, die es in der Bereitstellung gemieteter KI‑Kapazität sieht.