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Anthropic schließt Multi‑Gigawatt‑Deal für TPUs ab – Konkurrenz um billigen Strom belastet Bitcoin‑Miner

Großauftrag mit Google und Broadcom für mehrere Gigawatt TPU‑Kapazität ab 2027 macht KI‑Rechenbedarf zum ernsthaften Konkurrenten von Bitcoin‑Minern um knappe Netzanschlüsse, Flächen und günstigen Strom.

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Titelbild: Anthropic schließt Multi‑Gigawatt‑Deal für TPUs ab – Konkurrenz um billigen Strom belastet Bitcoin‑Miner
  • Anthropic sichert sich mehrere Gigawatt TPU‑Kapazität
  • die Vereinbarung verschärft den Wettbewerb um Netzanschlüsse, Standortflächen und preiswerte Energie zwischen KI‑Anbietern und Bitcoin‑Minern.

Nach Angaben von Anthropic hat das Unternehmen mit Google und Broadcom einen Vertrag über mehrere Gigawatt next‑generation TPU‑Rechenkapazität unterzeichnet, die ab 2027 schrittweise in Betrieb gehen soll. Das Unternehmen bezeichnete das Abkommen als seine bislang bedeutendste Verpflichtung, während die Erlöse zuletzt auf eine jährliche Run‑Rate von 30 Milliarden Dollar angestiegen sind.

Im Mittelpunkt steht der wachsende Ressourcenbedarf spezialisierter KI‑Infrastruktur, der zunehmend in direkte Konkurrenz zum Bitcoin‑Mining tritt. Umfasst sind dabei knappe Elemente wie Netzanschlüsse, Baugenehmigungen für geeignete Flächen, Kühlinfrastruktur und vor allem kostengünstiger Strom. Ein Tracker der University of Cambridge schätzt, dass das globale Bitcoin‑Mining je nach Effizienzannahmen konstant zwischen etwa 13 und 25 Gigawatt Leistung verbraucht.

Zugleich haben mehrere Mining‑Konzerne begonnen, ihre Geschäftsmodelle anzupassen und Teile ihrer Kapazität in AI‑Hosting oder Hochleistungsrechnen umzuwandeln. Core Scientific wandelte einen großen Teil seiner Mining‑Kapazität in AI‑Hosting um; Iris Energy und Hut 8 erweitern ihre Umsätze im Bereich Hochleistungsrechnen. Parallel meldeten Riot Platforms, MARA Holdings und Genius Group den Verkauf von mehr als 19.000 BTC aus Firmenbeständen, was darauf hindeutet, dass reine Mining‑Erlöse aktuell nicht immer ausreichen, um Betrieb und Kapitalbedarf zu decken.

Nach dem Schritt in Richtung KI‑Vermietung ist der wirtschaftliche Unterschied klar: Ein Gigawatt für Mining erwirtschaftet volatile Erträge, abhängig von Bitcoin‑Preis und Netzwerk‑Difficulty, während die Vermietung derselben Kapazität an KI‑Firmen vertraglich abgesicherte, planbare Cashflows liefern kann. Anthropic ist nur ein Akteur in einem größeren Trend; OpenAI baut seinerseits Infrastruktur über mehrere Cloud‑ und Chipplattformen auf, was den aggregierten Strombedarf weiter erhöht.

Daneben bleibt das Bitcoin‑Netzwerk technisch robust: Die Hashrate erreicht weiterhin Rekordwerte oberhalb von einer Zettahash pro Sekunde. Dennoch verändert sich die Branche strukturell: Überlebende Miner könnten künftig weniger als reine Energieproduzenten gelten und verstärkt als Infrastrukturanbieter auftreten, die ihre große, günstige Stromkapazität auch an die wachsende KI‑Branche vermieten.

Unterdessen zeigt der Deal mit Anthropic, wie schnell sich die Nachfrage nach spezialisierter Rechenleistung ausweitet und bestehende Energieinfrastruktur neu verteilt. Betreiber von Rechenzentren und Kraftwerksanschlüssen sehen sich somit vor strategischen Entscheidungen zwischen volatilen Mining‑Erlösen und stabilen, langfristigen KI‑Verträgen gestellt.