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Archiv mit mehr als 10.000 Konzertmitschnitten eines Fans wird online gesichert

Frei zugängliche Sammlung umfasst Tausende Live‑Aufnahmen von frühen Konzerten großer und kleiner Acts; das Internet Archive digitalisiert die Kassetten in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Archiv mit mehr als 10.000 Konzertmitschnitten eines Fans wird online gesichert
Über vier Jahrzehnte gesammelte Mitschnitte aus der Aadam Jacobs Collection werden schrittweise digitalisiert und in das gemeinnützige Internet Archive eingespielt.

Nach Angaben von Beteiligten beginnt die systematische Digitalisierung einer umfangreichen Privatsammlung: Aadam Jacobs aus Chicago hat demnach über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten mehr als 10.000 Konzerte mitgeschnitten. Die Bänder und Kassetten reichen von Aufnahmen aus den 1980er‑Jahren bis in die frühen 2000er und dokumentieren frühe Gigs unter anderem von R.E.M., The Cure, Tracy Chapman sowie einer sehr frühen Nirvana‑Show aus dem Sommer 1989.

Zugleich organisieren Freiwillige in den USA und Europa die Sichtung, Digitalisierung und das Hochladen der Dateien auf das gemeinnützige Internet Archive. Brian Emerick, zuständig für die Übertragung analoger Bänder in digitale Formate, holt monatlich mehrere Kisten mit Dutzenden Tapes ab und hat seit Ende 2024 bereits mindestens 5.500 Kassetten digitalisiert. Nach der Konvertierung gehen die Dateien an weitere Ehrenamtliche zum Mixen und Mastern, bevor sie in die Online‑Sammlung eingestellt werden.

Inzwischen hat die Erhaltung der physischen Träger hohe Priorität: Jacobs stimmte der Archivierung zu, weil die Bänder andernfalls durch Alterungsprozesse unbrauchbar würden. Technische Unterschiede bei den ursprünglichen Aufnahmegeräten führen zu schwankender Klangqualität; viele Freiwillige zeigen sich jedoch überrascht über die teils unerwartet guten Aufnahmen, obwohl einige Mitschnitte auf einfachen Kassetten entstanden sind.

Daneben sind urheberrechtliche Fragen thematisiert worden. Ein Jurist wies darauf hin, dass Künstler Eigentumsrechte an Liveaufnahmen und Originalkompositionen besitzen können, bewertete das Risiko rechtlicher Auseinandersetzungen aber als gering, da weder Jacobs noch das Archiv kommerzielle Gewinne aus den Abrufen erzielen. Jacobs sagte, er sei bereit, einzelne Aufnahmen auf Wunsch von Künstlern zu entfernen; bislang hätten nur ein oder zwei Musiker eine Löschung verlangt.