Artemis II-Crew sicher nach rekordreicher Mondumrundung im Pazifik geborgen
Die vier Astronauten kehrten nach der weitesten menschlichen Reise seit den Apollo-Missionen mit einer automatischen Wasserdrucklandung vor der US-Westküste zur Erde zurück.
- Orion-Kapsel Integrity durchquerte die Atmosphäre auf Autopilot mit Spitzengeschwindigkeiten von Mach 33
- alle Crewmitglieder sind wohlauf.
Nach Angaben der beteiligten Stellen landete die Artemis-II-Mission mit einem Splashdown im Pazifik vor der Küste von San Diego. Die vier Astronauten — Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, Christina Koch und der kanadische Astronaut Jeremy Hansen — stiegen aus der treibenden Orion-Kapsel und wurden nacheinander per Militärhubschrauber an Bord des Bergungsschiffs USS John P. Murtha gebracht. Anschließend unterzogen sie sich routinemäßigen medizinischen Checks auf dem Schiff und verließen die Kapsel eigenständig.
Im Mittelpunkt der Rückkehr stand die Orion-Kapsel mit dem Rufnamen Integrity, die den Wiedereintritt auf Autopilot absolvierte und die Atmosphäre mit Spitzengeschwindigkeiten von etwa Mach 33 durchquerte. Während der Phase extremer Hitze war die Kapsel zeitweise in eine etwa sechsminütige Kommunikationsunterbrechung gehüllt, als sie von glühendem Plasma umgeben war. Der Hitzeschutzschirm trug dabei die entscheidende Last, um die Insassen zu schützen.
Zugleich brachte die Mission mehrere technologische und wissenschaftliche Premieren. Die Besatzung filmte bislang von Menschen nicht gesehene Bereiche der Mondrückseite und erlebte an Bord eine vollständige Sonnenfinsternis sowie die Parade mehrerer Planeten. Außerdem stellte Artemis II mit einer maximalen Distanz von rund 406.771 Kilometern einen neuen Rekord für bemannte Raumfahrt auf und übertraf damit die bisherige Bestmarke von Apollo 13.
Daneben markierte die Zusammensetzung der Crew einen historischen Bruch mit früheren bemannten Mondmissionen: Christina Koch ist die erste Frau, die an einer Mondumrundung teilnahm; Victor Glover ist der erste schwarze Astronaut auf einer solchen Mission; und Jeremy Hansen ist der erste Nicht-US-Bürger in einer NASA-Mondbesatzung. Die Mission war am 1. April von Florida gestartet und gilt als wichtiger Schritt für geplante Folgeflüge, darunter eine angepeilte bemannte Mondlandung in etwa zwei Jahren sowie langfristige Ziele zum Aufbau einer nachhaltigen Mondpräsenz.
Im Missionskontrollzentrum und an Land feierten Familienangehörige und Teams den erfolgreichen Abschluss der Mission. Die NASA bezeichnete den Flug als historische Rückkehr zu bemannten Mondflügen und hob zugleich den Wert der während des Flugs erprobten Technologien für künftige Landungen hervor.