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Artemis II steuert bei Vorbeiflug erstmals Menschenblick auf Mondrückseite an

Die vierköpfige Crew der Artemis-II-Mission nutzt einen rund sechsstündigen Vorbeiflug, um erstmals Teile der bislang unbeobachteten Rückseite des Mondes direkt zu erfassen und dabei Distanzrekorde der bemannten Raumfahrt zu erreichen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Artemis II steuert bei Vorbeiflug erstmals Menschenblick auf Mondrückseite an
Die Mission könnte die größte Entfernung von der Erde seit Apollo 13 erreichen und liefert erstmals direkte Blickwinkel auf zuvor wenig dokumentierte Regionen der Mondrückseite.

Nach Angaben der Missionsorganisationen haben die vier Astronauten der Artemis-II-Mission mehr als die Hälfte ihres etwa zehn Tage dauernden Einsatzes hinter sich und steuern auf den Höhepunkt zu: einen ungefähr sechsstündigen Vorbeiflug an der Rückseite des Mondes. Der Start erfolgte am 1. April von Cape Canaveral; an Bord des Raumschiffs Orion befinden sich drei US-Astronauten und eine Kanadierin. Bei dem Manöver wird das Schiff nicht in einen Mondorbit einschwenken und auch nicht landen, sondern auf einer Vorbeiflugbahn weiterfliegen.

Gleichzeitig planen die Crewmitglieder, während des engsten Vorbeiflugs gezielt fotografische Beobachtungen durchzuführen und so bislang schwer zugängliche Bereiche der Mondrückseite mit eigenen Augen zu erfassen. Weil der Starttermin die Beleuchtungsverhältnisse begrenzt, fallen nicht alle Regionen hell aus; dennoch sollen definierte Areale, darunter große Teile des Orientale-Beckens, erstmals in dieser Mission direkt sichtbar werden. Die Astronauten wollen sich zu zweit zusammentun und nacheinander Kameras an den Aussichtsfenstern einsetzen, um geologische Strukturen und wenig dokumentierte Krater zu erfassen.

Daneben erwartet die Besatzung während des Vorbeiflugs ein partielles Schauspiel: Aus ihrer Perspektive wird der Mond die Sonnenscheibe kurz verdecken und Teile der Sonnenkorona freilegen. Nach der Passage wendet Orion sein Kursbild Richtung Erde und beginnt die Rückreise, die rund vier Tage dauern soll. Die Mission plant eine Wasserlandung vor der kalifornischen Küste in der Nähe von San Diego am 10. April.

Inzwischen ist auch für die Rückkehr eine geplante Funkverbindung mit der Besatzung der Internationalen Raumstation vorgesehen, um Informationen auszutauschen und den Missionsverlauf zu begleiten. Nach Abschluss des Vorbeiflugs und der Datenaufnahme bleibt das primäre Ziel der Mission die sichere Rückkehr der Crew zur Erde und die Auswertung der während des Vorbeiflugs gewonnenen Aufnahmen und Beobachtungen.