ASML‑Aktien fallen nach Vorschlag neuer US‑Exportbeschränkungen für China
Ein US‑Gesetzentwurf könnte ASMLs bisher exportierbare DUV‑Lithographiesysteme erfassen und das bereits schwächelnde China‑Geschäft weiter belasten.
- Vorschlag für MATCH Act richtet sich auch gegen DUV‑Maschinen
- ASML‑Aktien gaben an der Börse nach.
Nach Angaben von Marktberichten sanken ASML‑Aktien in den Niederlanden am Dienstag kurzzeitig, nachdem in den USA ein Gesetzentwurf vorgestellt wurde, der weitere Exportbeschränkungen für Chipfertigungswerkzeuge gegenüber China vorsieht. Anleger reagierten auf die Aussicht, dass jetzt auch weniger fortgeschrittene Lithographiesysteme ins Visier geraten könnten; der Kurs fiel zum Zeitpunkt der Berichterstattung um rund 2,6 Prozent.
Im Mittelpunkt der Initiative steht der von parteiübergreifenden Abgeordneten eingebrachte MATCH Act, der darauf abzielt, China den Zugang zu weiteren Schlüsselgeräten der Halbleiterfertigung zu erschweren. Kern der Debatte ist eine mögliche Ausweitung bestehender Beschränkungen auf ASMLs Deep‑Ultraviolet‑(DUV)‑Systeme, die bislang von chinesischen Chipherstellern erworben werden konnten und damit einen anderen technologischen Bereich als die nie nach China exportierten EUV‑Maschinen betreffen.
Gegenüber EUV‑Anlagen, die für die modernste Chipproduktion benötigt werden, gelten DUV‑Geräte als technisch weniger anspruchsvoll und werden unter anderem zur Fertigung von Speicherchips eingesetzt. Einige DUV‑Modelle unterliegen bereits einer Lizenzpflicht; sollte der vorgeschlagene Gesetzestext eine Verschärfung bringen, würde dies den verfügbaren Absatzmarkt deutlich reduzieren. Fachleute weisen darauf hin, dass ältere Lithographiesysteme zwar nicht den Kernumsatz tragen, aber einen relevanten Anteil am Geschäftsmodell ausmachen.
Analysen schätzten, dass ältere Geräteserien etwa zehn bis fünfzehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, wobei innerhalb dieser Spanne rund die Hälfte auf Kunden in China entfällt. Daraus ergibt sich nach Einschätzung von Marktteilnehmern ein mittelfristig spürbarer Umsatzdruck für ASML, falls die neuen Beschränkungen in der vorgeschlagenen Form in Kraft träten.
Investoren bewerten den Vorstoß als geopolitischen Überhang für den niederländischen Konzern. Zugleich betonen Beobachter, dass das Gesetzesvorhaben noch den üblichen legislativen Prozess in den USA durchlaufen muss, bevor sich konkrete Auswirkungen auf Auftragspipeline und Ergebnislage des Unternehmens abschätzen lassen. Marktreaktionen könnten kurzfristig Volatilität erzeugen, während mittelfristige Effekte von Umfang und Details möglicher Beschränkungen abhängen.