AT-Alert in Tirol wegen Lawinengefahr Stufe 4, Arlbergpassstraße nach Abgang gesperrt
Die angespannte Lawinenlage im Westen führte am Samstag zu einem AT‑Alert in Tirol, einem schweren Zwischenfall in Serfaus und einer Sperre der Arlbergpassstraße Richtung Lech‑Zürs.
- Tirol aktivierte AT‑Alert wegen großer Lawinengefahr (Stufe 4) in weiten Teilen des Landes.
- In Serfaus wurde nach einem Abgang im freien Gelände eine Person verschüttet und schwer verletzt ins Spital geflogen.
- Am Arlberg verlegte eine Lawine die Straße nach Lech‑Zürs; die Arlbergpassstraße wurde ab 17:00 Uhr gesperrt.
- Behörden und Warndienste verweisen auf eine hohe Auslösebereitschaft abseits gesicherter Bereiche und laufende Lage-Updates.
- Ein Hubschrauber des Bundesheeres unterstützte in Tirol die Arbeit von Lawinenkommissionen.
Die Lawinenlage im Westen Österreichs hat am Samstag die Einsatzorganisationen weiter gefordert und die Behörden zu einer breiten Warnung veranlasst. In Tirol wurde eine Gefahreninformation über AT‑Alert an Mobiltelefone im Bundesland ausgespielt, nachdem in vielen Regionen die Lawinengefahr als groß (Stufe 4 von 5) eingestuft wurde. Parallel dazu wurden mehrere Einsätze gemeldet, darunter ein schwerer Lawinenunfall im Skigebiet Serfaus und am späten Nachmittag eine Sperre der Arlbergpassstraße nach einem Abgang in Vorarlberg.
Das Land Tirol begründete die Auslösung von AT‑Alert mit der angespannten Schneesituation und dem Ziel, Bevölkerung und Urlaubsgäste möglichst schnell zu erreichen. Die Gefahreninformation wurde an alle eingeschalteten Handys verteilt, die im Tiroler Netz eingebucht waren. In der Mitteilung wurde auf die hohe Auslösebereitschaft abseits gesicherter Bereiche verwiesen und auf laufend aktualisierte Lageinformationen verwiesen. Auch die Tiroler Krisen‑ und Katastrophenkoordination betonte, dass die Warnung nicht an Gemeindegrenzen endet, weil Wintersport und Verkehr in der aktuellen Wetterlage häufig überregional betroffen sind.
Im Skigebiet Serfaus ging laut Berichten kurz nach 10.00 Uhr im freien Gelände im Bereich Untermotz eine Lawine nieder. Eine Person wurde verschüttet und in lebensbedrohlichem beziehungsweise kritischem Zustand in die Klinik Innsbruck geflogen. Bereits am Vortag waren in Tirol und Vorarlberg mehrere Menschen bei Lawinenabgängen ums Leben gekommen, was die Einsatzplanung zusätzlich belastete. In Tirol unterstützte ein Hubschrauber des Bundesheeres die Arbeit von Lawinenkommissionen, während die Alpinpolizei und Rettungsorganisationen gleichzeitig mehrere Meldungen abarbeiten mussten.
Am Arlberg verlegte am Nachmittag eine Lawine die Arlbergpassstraße Richtung Lech‑Zürs. Die Straße wurde ab 17.00 Uhr gesperrt und sollte laut den zuständigen Stellen bis zumindest Sonntagfrüh geschlossen bleiben. Nach ersten Abklärungen wurden weder Fahrzeuge noch Personen unter den Schneemassen gefunden, während Sicherungs‑ und Räumarbeiten anliefen. Die Sperre traf einen klassischen An‑ und Abreisetag: Der Verkehrsclub meldete auf der Arlberg‑Schnellstraße zeitweise einen Rückstau Richtung Tirol, und in der Region mussten Gäste, die die Sperre nicht mehr passierten, kurzfristig umdisponieren.
Die Lage blieb am Samstag auch wegen der Wetterentwicklung heikel. In mehreren Bundesländern wurden weitere Schneefälle erwartet, in tieferen Lagen auch Regen. Fachstellen wiesen darauf hin, dass steigende Temperaturen und Niederschlag die Gefahr spontaner Lawinen erhöhen können, insbesondere in steilen Hängen außerhalb gesicherter Skiräume. Behörden und Warndienste kündigten an, die Gefahrenstufen und Sperren laufend zu überprüfen und bei Bedarf weitere Maßnahmen zu setzen.