Atletico Madrid verspottet Barcelona im Tauziehen um Julian Álvarez
Atletico reagierte mit satirischen Posts auf angebliche Anstrengungen Barcelonas um Julian Álvarez und warf dem Erzrivalen zugleich eine schmutzige Kampagne vor.
Nach Angaben veröffentlichter Berichte hat Atletico Madrid am Freitagabend mit einer Serie spitzer Beiträge auf X (ehemals Twitter) die Transfersuche des FC Barcelona um Julian Álvarez parodiert. Die Madrilenen stellten bewusst absurde Tauschangebote vor, darunter vier Tickets für ein Bad‑Bunny‑Konzert, ein Jahresabo der Zeitung ABC und eine Tüte Sonnenblumenkerne, und bezeichneten diese scherzhaft als Offerte für das Nachwuchstalent Lamine Yamal.
Zugleich postete der Klub KI‑generierte Bilder, die mögliche Neuzugänge in Atleti‑Trikots zeigten. Die Aktion verbreitete sich binnen kurzer Zeit viral und erreichte nach Medienangaben Millionen von Nutzer‑Feeds. Trotz des augenzwinkernden Tons nutzte Atletico die Reichweite, um zugleich auf eine als Schmutzkampagne bezeichnete Reihe von Angriffen gegen einen eigenen Spieler hinzuweisen.
In einer ernsteren Tonlage warf der Verein Barcelona vor, politische Gefälligkeiten einzusetzen, um Spielerregistrierungen zu erleichtern. Dabei bezog sich der Klub auf frühere Vorwürfe rund um Zahlungen an Jose Maria Enriquez Negreira, den ehemaligen Vizevorsitzenden des Schiedsrichterausschusses, und stellte ausdrücklich heraus, man selbst werde nicht zu solchen Mitteln greifen. Barcelona weist die Vorwürfe zurück; die Ermittlungen zu den Negreira‑Vorwürfen laufen weiter.
Der unmittelbare Anlass für die Provokation ist das Interesse Barcelonas an Julian Álvarez. Berichten zufolge haben die Katalanen Gespräche aufgenommen und eine Einigung vorbereitet; Atletico wird einem Angebot in Höhe von rund 90 Millionen Euro voraussichtlich nicht zustimmen. Die beiden Traditionsvereine lieferten sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach hitzige Auseinandersetzungen um Spieler, was die jetzige öffentliche Kommunikationsschlacht in ein bekanntes Muster einbettet.
Álvarez, dem in dieser Saison 20 Tore in allen Wettbewerben zugeschrieben werden, war 2024 von Manchester City zu Atletico gewechselt; der damalige Transferwert wurde mit bis zu 81,5 Millionen Pfund angegeben. Die aktuelle Eskalation zeigt, wie Transfers in Spanien längst nicht mehr nur auf dem Verhandlungsparkett entschieden werden, sondern zunehmend über soziale Medien und mediale Provokationen ausgetragen werden.