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Berlin genehmigt großen Drohnenauftrag für Rheinmetall und weitere Rüstungsprojekte

Der Haushaltsausschuss des Bundestags stimmte einem Rahmenvertrag zum Erwerb kampfkräftiger Drohnen zu; die Systeme sind primär für den Einsatz in der sogenannten Litauen‑Brigade vorgesehen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Berlin genehmigt großen Drohnenauftrag für Rheinmetall und weitere Rüstungsprojekte
  • Rahmenvertrag bis zu €2,4 Mrd.
  • erste Aufträge etwa €298 Mio.
  • drei Hersteller sollen parallel liefern, um Flexibilität und Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Nach Angaben des Haushaltsausschusses hat Berlin einem größeren Beschaffungsprogramm für die Bundeswehr zugestimmt, das einen Rahmenvertrag für kampfkräftige Drohnen umfasst. Als Erstauftrag wurde unter anderem der Rüstungskonzern Rheinmetall beauftragt; zuvor hatte der Bundestag bereits Käufe bei zwei weiteren Herstellern genehmigt. Ziel ist, mehrere Anbieter parallel zu verpflichten, um Lieferkettenrisiken zu verringern und die schnelle Bereitstellung der Fähigkeit zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt der Planung steht die sogenannte Litauen‑Brigade, eine Einheit von rund 5.000 Soldaten, die an NATO‑Standorten in Litauen bis Ende 2027 zur Sicherung der östlichen Bündnisflanke stationiert sein soll. Der Rahmenvertrag sieht ein mögliches Gesamtvolumen von bis zu €2,4 Milliarden vor; initial freigegebene Bestellungen belaufen sich auf rund €298 Millionen. Die ersten Abrufe decken eine definierte Stückzahl ab, weitere Einheiten können in einer Qualifikationsphase nachbestellt werden, sofern die Systeme die Anforderungen erfüllen.

Die vorgesehenen Systeme gelten als sogenannte »Kamikaze‑Drohnen«. Sie verharren in der Luft, erkennen potenzielle Ziele mithilfe von Sensorik und KI‑gestützter Datenanalyse und werden nach Freigabe durch einen Soldaten auf ein Ziel gelenkt, wobei die Drohne beim Angriff zerstört wird. Diese Form des Einsatzes soll das Risiko für eigenes Personal reduzieren, indem physische Präsenz im Gefechtsraum verringert wird, gleichzeitig aber Aufklärung und Schlagwirkung in einem Netzwerk zusammengeführt werden.

Zugleich wurde die Entscheidung als weiterer Schritt beschrieben, die Litauen‑Brigade bis 2027 mit einem breiten Aufklärungs‑ und Schlagnetzwerk auszustatten. Die Gleichbehandlung der drei Hersteller ist vertraglich vorgesehen: Neben einem festen Kommissionsteil enthält der Rahmenvertrag optionale Abrufe, die nach erfolgreicher Qualifikation weiterer Systeme gezogen werden können. Diese Struktur soll sowohl planbare Liefermengen sichern als auch die Möglichkeit bieten, zusätzliche Kapazitäten zeitnah zu bestellen.

Daneben bewilligte der Haushaltsausschuss vier weitere größere Rüstungsprojekte. Dazu zählen eine Ausweitung des Systems »Infanterist der Zukunft«, zusätzliche Einheiten der LARUS‑Rettungsdrohne für Nord‑ und Ostsee sowie Modernisierungen und Nachrüstungen für F124‑Fregatten der sogenannten Sachsen‑Klasse. Zusammen mit dem Drohnenprogramm bilden diese Vorhaben einen Schwerpunkt der aktuellen Beschaffungsagenda zur Stärkung von Betriebssicherheit und Einsatzfähigkeit der Truppe.