Bitcoin startet April in tiefem Angstmodus trotz unverändertem Kurs
Seit Ende Februar zeigen soziale Stimmung, On-Chain-Indikatoren und Wallet-Positionen auffällige Negativsignale, obwohl institutionelle Zuflüsse im März große BTC-Mengen aufnahmen.
Nach Angaben von CoinDesk liegt der Bitcoin-Kurs am Sonntag bei rund 67.100 US-Dollar und hat das Wochenende weitgehend unverändert verbracht. Zugleich hat sich die Stimmung in sozialen Netzwerken deutlich eingetrübt: Santiment-Daten zeigen ein Verhältnis von fünf bearishen zu vier bullishen Beiträgen, den stärksten Negativ-Skew seit fünf Wochen. Der Fear-and-Greed-Index verharrt demnach in einem einstelligen Bereich, ein Niveau, das üblicherweise mit erhöhter Besorgnis unter Anlegern einhergeht.
Im Mittelpunkt der On-Chain-Daten steht eine auffällige Netto-Entnahme: Für den betrachteten 30-Tage-Zeitraum weist eine Analyse eine apparente Netto-Nachfrage von minus 63.000 BTC aus. Dieses Ergebnis legt nahe, dass außerhalb der institutionellen Käufergruppen netto Verkäufe stattfinden und die übrigen Marktteilnehmer insgesamt Liquidität abgeben. Solch negative 30-Tage-Bilanzen sind ein Indiz dafür, dass das Kaufinteresse der breiten Masse derzeit hinter dem Verkaufsdruck zurückbleibt.
Nach dem Schritt der großen Adressen zeichnet sich ein klarer Verteilungszyklus ab. Wallets mit Beständen zwischen 1.000 und 10.000 BTC haben ihre Positionen innerhalb eines Jahres von einem Plus von 200.000 BTC zu einer Entnahme von 188.000 BTC gedreht. Damit zählen diese Adressen aktuell zu den Nettoverkäufern und tragen wesentlich zur negativen On-Chain-Bilanz bei. Diese Bewegung steht im Gegensatz zu den Zuflüssen, die von institutionellen Produkten geschaffen werden.
Zugleich zeigen institutionelle Flüsse ein anderes Bild: ETFs und vergleichbare Vehikel sammelten im März demnach große Mengen Bitcoin, was den Kurs kurzfristig stützt und eine Bodenbildung ermöglicht. Dennoch bleibt der Eindruck, dass diese institutionelle Nachfrage bislang vor allem als Stütze wirkt und nicht das breite Marktverhalten umkehrt. Solange die größten Adressgruppen weiterhin Bestände reduzieren und das soziale Sentiment in Angst verharrt, bleibt die Marktdynamik fragil.
Insgesamt entsteht damit ein gespaltenes Marktbild: Auf der einen Seite sorgen starke institutionelle Zuflüsse für Kursstabilität, auf der anderen Seite drücken negative Stimmungsindikatoren und anhaltende Nettoverkäufe durch große Wallets auf das Risiko für Nachhaltigkeit. Diese Diskrepanz erklärt, warum der Kurs trotz intensiver negativer Signale bislang nur seitwärts tendiert und keine klare Trendfortsetzung erkennen lässt.