China erzielt Rekordüberschuss mit EU – E-Auto‑Importe als Treiber
Analyse von Merics: Im ersten Quartal 2026 exportierte China Waren im Wert von rund 148 Mrd. USD in die EU, importierte aber nur etwa 65 Mrd. USD aus dem Block.
- Chinas Handelsbilanz mit der EU weist im Q1 2026 ein Defizit für die Europäer von 83 Mrd. USD aus
- elektrische und hybride Autos gelten als wesentlicher Treiber.
Nach Angaben einer Auswertung von Zollzahlen durch das Mercator Institute for China Studies (Merics) und dem chinesischen Handelsportal Soapbox verzeichnete China im ersten Quartal 2026 einen Rekordüberschuss mit der Europäischen Union von rund 83 Milliarden US‑Dollar. Die Zahlen zeigen Exporte Chinas in die EU von etwa 148 Milliarden US‑Dollar, während die Einfuhren aus dem Block bei rund 65 Milliarden US‑Dollar lagen. Damit setzte sich ein bereits sichtbarer Trend zu einem wachsenden Handelsungleichgewicht fort.
Im Mittelpunkt der Entwicklung steht ein starker Anstieg der Lieferungen elektrischer und hybrider Fahrzeuge aus China nach Europa. Der Wert dieser Ausfuhren stieg demnach von etwa 11 Milliarden US‑Dollar im ersten Quartal 2025 auf rund 20,6 Milliarden US‑Dollar im gleichen Zeitraum 2026. Europa allein machte knapp ein Drittel des Werts aller chinesischen Elektrofahrzeugexporte aus; inklusive des Vereinigten Königreichs, Norwegens und der Schweiz entfielen demnach 42 Prozent dieser Verkäufe auf den europäischen Markt.
Zugleich verzeichneten die Daten rückläufige EU‑Exporte nach China: Soapbox meldete für Februar einen Rückgang der Ausfuhren aus dem Block um 16,2 Prozent, wobei insbesondere Lieferungen von Schweinefleisch sanken. Merics hob hervor, dass Chinas Wirtschaft bisher relativ widerstandsfähig gegenüber den Störungen durch den Krieg im Iran geblieben sei und zuletzt die höchsten Quartalswachstumsraten seit 2022 erreicht habe. Diese Kombination aus starkem Exportwachstum und resilienter Binnenkonjunktur trug wesentlich zum Rekordüberschuss bei.
Nach dem Schritt in die Öffentlichkeit wird die anhaltende Ungleichheit von politischen Stimmen in der EU als strukturelles Problem bewertet: Die Diskrepanz in der Handelsbilanz, die 2025 bereits bei 360 Milliarden Euro lag, gilt als langfristige Herausforderung für die Industriepolitik. Branchenvertreter verweisen zudem auf hohe Importanteile bei Schlüsselkomponenten wie Permanentmagneten, in denen China weiterhin einen sehr großen Marktanteil innehat und die daher als Engpass für europäische Hersteller betrachtet werden.