Co‑Gründer Stefano Gabbana trat zu Jahresbeginn als Vorsitzender von Dolce & Gabbana zurück
Dolce & Gabbana bestätigt den Rücktritt Stefano Gabbanas als Vorsitzender zum 1. Januar; Finanzgespräche mit Banken und Mandat von Rothschild & Co. werden genannt.
- Stefano Gabbana legte sein Amt als Vorsitzender nieder
- Alfonso Dolce übernahm die Funktion, während Verhandlungen über die Verschuldung des Hauses laufen.
Nach Angaben des Modehauses hat Stefano Gabbana sein Amt als Vorsitzender von Dolce & Gabbana mit Wirkung zum 1. Januar niedergelegt. Die Gesellschaft erklärte, der Schritt sei Teil einer natürlichen Entwicklung der Organisationsstruktur und der Governance; die kreativen Aufgaben des Designers für das Unternehmen blieben davon unberührt.
Zugleich übernahm Alfonso Dolce, Bruder von Mitgründer Domenico Dolce und derzeitiger Konzernchef, die Vorsitzsfunktion. Medien berichteten zudem von personellen Änderungen im Management; demnach werde der ehemalige Gucci‑Manager Stefano Cantino in einer führenden Position tätig sein.
Im Mittelpunkt der laufenden Diskussionen stehen Überlegungen Gabbanas zu Optionen für seinen 40‑prozentigen Anteil am Unternehmen. Diese Erwägungen stünden im Kontext fortdauernder Gespräche mit den Bankkreditgebern des Hauses. Ein Sprecher sagte, die Gruppe könne derzeit keine Angaben zur Verschuldung machen, weil Verhandlungen mit den Banken noch andauerten.
Daneben verweist die Mitteilung auf vorbereitende Schritte: Im März habe Dolce & Gabbana Rothschild & Co. als Finanzberater benannt, um Gespräche mit Gläubigern vorzubereiten. In Berichten wird die Bankverschuldung nach einer Refinanzierung 2025 mit rund 450 Millionen Euro angegeben; Kreditgeber sollen zwischenzeitlich eine temporäre Nachsicht bei den Kreditbedingungen gewährt haben.
Die Gründer halten jeweils 40 Prozent der Gruppe über eine Holding, der verbleibende Anteil gehört zu einem Teil Alfonso Dolce und der Schwester Dorotea. Das Label, 1985 gegründet, war in den vergangenen Jahren von einem schwächeren High‑End‑Marktumfeld betroffen und stand unter besonderem Druck in einzelnen Schlüsselregionen, wobei die Bedeutung des Nahen Ostens für Luxusmarken hervorgehoben wurde.
Gabbana, Jahrgang 1963, und Domenico Dolce prägten die Marke seit ihrer Gründung maßgeblich. Das Unternehmen betonte, dass Stefano Gabbana weiterhin kreative Beiträge für die Gruppe leisten werde; zu konkreten Regelungen für seine Managementrolle oder zu Entscheidungen über seinen Anteil machte die Gesellschaft keine Angaben.