Massiver Angriff auf Kyiv nach Warnung vor Einsatz der Oreshnik‑Rakete – Zelenskyy fordert präventiven Druck
Explosionen erschüttern mehrere Wohnviertel, mindestens ein Toter und 20 Verletzte; Präsident warnt vor globaler Signalwirkung beim Einsatz hypersonischer Raketen
- Kyivs Luftwaffe meldete kurz vor dem Angriff ein mögliches Startsignal der Oreshnik‑Rakete
- kurz darauf setzte eine Welle von Raketen und Drohnen die Hauptstadt unter Beschuss.
Nach Angaben ukrainischer Behörden wurde Kyiv in den frühen Morgenstunden von einer massiven Angriffswelle aus Raketen und Drohnen getroffen, wenige Minuten nachdem die Luftwaffe vor einem möglichen Oreshnik‑Startsignal gewarnt hatte. Explosionsgeräusche hallten Berichten zufolge kurz nach 1 Uhr durch die Stadt; in mehreren Wohnvierteln wurden Sachschäden registriert.
Im Mittelpunkt der bisherigen Schadensmeldungen stehen Wohngebäude in mehreren Bezirken. Kirows Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von Trümmern und Bränden auf dem Gelände einer Schule im Stadtzentrum; Tymur Tkatschenko, Leiter der Militärverwaltung von Kyiv, nannte erste betroffene Bezirke: Schewtschenkiwskyj, Dniprowskyj und Podilskyj. Offizielle Stellen meldeten mindestens einen Toten und 20 Verletzte.
Zugleich blieb unklar, ob tatsächlich eine Oreshnik‑Rakete eingeschlagen ist. Die Luftwaffe hatte vor dem Angriff auf ihrem Telegram-Kanal vor einem möglichen Start der hypersonischen Waffe gewarnt, reagierte danach aber nicht auf Anfragen, ob ein Oreshnik ein Ziel getroffen habe. Russland hatte die Oreshnik‑Rakete bereits zuvor eingesetzt; ukrainische Stellen weisen auf Schwierigkeiten bei der Abwehr solcher Flugkörper hin.
Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor den weltweiten Folgen eines Einsatzes dieser Waffengattung. Er forderte eine internationale Reaktion, die nicht allein auf Hinweise nach den Schlägen beschränkt bleibe, sondern präventiven Druck auf Moskau ausübe, um eine Ausweitung der Kampfhandlungen zu verhindern.
Daneben verschärfen die Angriffe die Forderungen Kiews nach stärkerem internationalen Druck auf Russland. Kanada verurteilte den Angriff scharf; Premierminister Mark Carney forderte ein sofortiges Ende der Angriffe auf zivile Ziele. Die Berichte über Schäden in Wohngebieten und zivile Opfer haben in der Hauptstadt die Stimmen verstärkt, die rasche Maßnahmen gegen weitere Angriffe verlangen.
Inzwischen reiht sich die gestrige Welle in eine Serie intensiver russischer Schläge gegen ukrainische Städte ein. Genauere Angaben zu den eingesetzten Waffentypen und zum vollen Schadensumfang stehen noch aus; ukrainische Behörden führen entsprechende Ermittlungen und Aufräumarbeiten durch.