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Deutscher Bergungsversuch bringt den gestrandeten Buckelwal 'Timmy' in Spezialbarge

Nach mehreren Fehlschlägen gelang Helfern, den auf einer Sandbank gestrandeten Buckelwal in den mit Wasser gefüllten Laderaum einer Spezialbarge zu bringen. Ziel ist ein Abschleppen in die Nordsee und eine mögliche Freilassung, sofern das Tier fit genug bleibt.

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Titelbild: Deutscher Bergungsversuch bringt den gestrandeten Buckelwal 'Timmy' in Spezialbarge
Retter legten dem Meeressäuger Gurte an, zogen ihn durch einen in den Sand gegrabenen Kanal und leiteten ihn in eine nahe der Insel Poel verankerte Barge mit gefülltem Laderaum.

Nach Angaben von Einsatzkräften setzten deutsche Retter am Dienstag einen erneuten Versuch erfolgreich um: Der auf einer Sandbank bei Lübeck gestrandete Buckelwal, in Medien 'Timmy' genannt, wurde in den Wasserraum einer Spezialbarge verbracht, um ihn in tiefere Gewässer zu bringen. Der Laderaum der Barge, normalerweise für den Transport von Booten genutzt, war mit Wasser gefüllt, um dem Wal beim Transport Schutz zu bieten.

Im Mittelpunkt der Aktion standen physische Kräfte und minutiöses Timing. Helfer befestigten Gurte an dem Wal und zogen ihn durch einen eigens in den Sand gegrabenen Kanal zur Barge, die in der Nähe der Insel Poel positioniert worden war. Begleitende Helfer schwammen während des Vorgangs mit dem Tier; nach einem Teilstück beschleunigte der Wal, ließ sich in den Raum der Barge treiben und schwamm schließlich selbst hinein, woraufhin die Einsatzkräfte Erleichterung zeigten.

Zugleich trugen zwei Unternehmer die finanziellen Mittel für den Bergungsversuch und ermöglichten so die Organisation des Transports. Das Vorhaben hatte die Genehmigung der Landesumweltbehörde, nachdem Tierärzte bescheinigten, dass das Tier für einen Verbringungsvorgang geeignet sei. Geplant ist nun, die Barge in Richtung Nordsee zu schleppen und den Wal dort, falls er ausreichend kräftig ist, wieder freizusetzen. Der Zugang zur Barge soll mit grünem Netting verschlossen werden, um ein vorzeitiges Herausschwimmen zu verhindern.

Die Aktion ist Teil einer Serie von Rettungsversuchen, die seit Ende März laufen. Das Tier war Ende März auf einer Sandbank nahe Lübeck entdeckt worden und war seitdem mehrfach gestrandet; frühere Maßnahmen wie das Ausgraben von Schwimmkanälen hatten keinen dauerhaften Erfolg gebracht. Anfang April hatten Behörden zeitweise von weiteren Rettungsbemühungen Abstand genommen, was in der Öffentlichkeit scharfe Kritik auslöste und die Weichen für die erneute Initiative stellte.

Gleichzeitig hatten Wissenschaftler und Tierschützer vor den Risiken weiterer Eingriffe gewarnt und die Erfolgsaussichten als gering eingeschätzt. Diese Einwände blieben ein Faktor in den Debatten um das weitere Vorgehen, während Einsatzkräfte und Unterstützer auf die Chance setzten, das Tier in die Nordsee zu bringen und ihm dort eine Überlebenschance zu geben. Beobachter kommentierten die intensive Aufmerksamkeit für den Fall, der über Wochen nationale Medien und lokale Helfer beschäftigte.