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Dutzende Häuser auf Hatteras Island vom Meer verschlungen — Überlebende rollen Gebäude in Sicherheit

Beschleunigter Meeresspiegelanstieg und heftige Brandung haben Teile der Outer Banks in North Carolina stark weggespült; ganze Häuser werden nun auf Wagen gesetzt und landeinwärts gezogen.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Dutzende Häuser auf Hatteras Island vom Meer verschlungen — Überlebende rollen Gebäude in Sicherheit
  • Seit September rissen Wellen mindestens 19 Häuser ins Meer
  • Hausumsetzer verlegen jetzt Gebäude auf Rädern, um weiteren Verlusten zuvorzukommen.

Nach Angaben vor Ort hat sich der Küstenstreifen der Outer Banks vor North Carolina in den letzten Monaten deutlich verkleinert. Im Mittelpunkt der Zerstörung steht Hatteras Island: Starke Brandung und ein beschleunigter Meeresspiegelanstieg haben Strand und Dünen teils vollständig weggerissen, sodass Wohngebiete bis an die Klippenkante heranrücken.

Zugleich haben Wellen seit September mindestens 19 Häuser von ihren Pfählen gerissen und ins Meer gestürzt; allein am 30. September fielen innerhalb von 45 Minuten fünf Gebäude wie Dominosteine um, bevor sie auseinanderbrachen. Insgesamt gingen seit 2020 31 Gebäude auf der Insel verloren, ein Tempo, das Bewohner und Fachleute alarmiert.

Nach dem Schritt, kurzfristigen Verlusten entgegenzuwirken, greifen einige Eigentümer zu praktischen Maßnahmen: Sie heben Häuser an und setzen sie auf Gleit- und Wagenkonstruktionen, um sie mehrere hundert Fuß landeinwärts zu verschieben. Barry Crum, ein ortsansässiger Hausumsetzer, hat sich dabei zu einer zentralen Figur entwickelt. Auf einer kürzlich beobachteten Aktion wurde ein größeres Haus, das Cape Point Retreat, auf Träger gehoben und für den Transport vorbereitet.

Inzwischen wirkt diese Form der Intervention vor allem pragmatisch: Sie schafft räumlichen Bestandsschutz, löst jedoch nicht das grundsätzliche Problem der Küstenerosion. In Buxton, einem Ort auf Hatteras, verschlang die Brandung jüngst den gesamten Strandbereich und Teile eines Wohnviertels. Die Infrastruktur steht unter Druck; die einzige Zufahrtsstraße, Highway 12, wird zeitweise vom Wasser abgeschnitten und ist durch die anhaltende Erosion weiter gefährdet.

Gleichzeitig warnen Fachleute, dass die Entwicklungen an den Outer Banks als Vorbote für andere niedrig liegende Küstenabschnitte an der US‑Ostküste gelten könnten, weil der Meeresspiegel weiter steigt. Langfristige Lösungen sind komplex: Dauerhafter Küstenschutz auf den dynamischen Barrierinseln ist schwer realisierbar, weshalb vermehrt auf adaptive Maßnahmen wie Hausversetzungen und Stelzenbauten gesetzt wird.

Daneben prägt auf der Insel eine Mischung aus Resignation und Pragmatismus das Alltagsgefühl. Manche Bewohner organisieren aufwändige Umzüge ihrer Häuser, andere rechnen damit, dass die Landschaft weiter schrumpft und ohne zusätzliche Maßnahmen in kurzer Zeit weitere Verluste zu erwarten sind.