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Ehemaliger SNP-Chef Peter Murrell gesteht Unterschlagung von mehr als £400.000

Der frühere mächtige SNP-Geschäftsführer wurde am High Court in Edinburgh inhaftiert. Die Urteilsverkündung ist für Juni terminiert.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Ehemaliger SNP-Chef Peter Murrell gesteht Unterschlagung von mehr als £400.000
Peter Murrell, einst Geschäftsführer der Scottish National Party und Ex‑Ehemann von Nicola Sturgeon, hat zugegeben, Parteigelder in Höhe von £400.310,65 veruntreut zu haben.

Nach Angaben des High Court in Edinburgh hat der ehemalige Geschäftsführer der Scottish National Party (SNP), Peter Murrell, den Vorwurf der Unterschlagung eingeräumt. Murrell, 61, bekannte sich schuldig, Parteigelder in Höhe von £400.310,65 über einen Zeitraum von August 2010 bis Oktober 2022 missbräuchlich verwendet zu haben und wurde nach seiner Einlassung in Untersuchungshaft genommen.

Im Mittelpunkt der Verhandlung standen detaillierte Aufstellungen der Einkäufe, die mutmaßlich mit Parteimitteln beglichen worden sind. Die Gerichtsunterlagen listen demnach zahlreiche Käufe auf, darunter Luxusgüter, Schmuck und Kosmetikartikel sowie zwei Autos und ein Wohnmobil. Als größte Einzeltransaktion wird ein im Jahr 2020 erworbenes Luxuswohnmobil für £124.550 genannt, das laut Anklage vollständig mit Parteigeldern bezahlt worden sei.

Zugleich erläuterten Ermittler, dass frühere Zahlen und Zeiträume vor der Verhandlung höher angesetzt worden waren. Anfangs war von einer Summe von £459.046,49 und einem leicht verlängerten Tatzeitraum die Rede; diese Beträge und der Zeitraum wurden jedoch im Verlauf des Verfahrens reduziert und fortan mit den genannte n £400.310,65 sowie dem Zeitraum bis 19. Oktober 2022 verhandelt.

Daneben führte das Gericht exemplarische Einzelkäufe an: Erwähnt wurden ein Volkswagen Golf und ein Jaguar I‑PACE sowie Uhren und ein Füllfederhalter. Richter Lord Young wertete Murrells Verhalten als einen groben Vertrauensbruch. Murrell, der die Partei über mehr als zwei Jahrzehnte als Geschäftsführer begleitet hatte, sieht sich nun einer mehrjährigen Haftstrafe gegenüber; die Strafzumessung ist für den 23. Juni terminiert.

Inzwischen reagierte SNP‑Chef und First Minister John Swinney mit einer öffentlichen Entschuldigung an die Parteibasis und beschrieb Murrells Vorgehen als einen überwältigenden Verrat an der Partei. Die Verhaftung erfolgte im Rahmen der Ermittlungen unter dem Namen Operation Branchform, die ursprünglich den Verbleib von rund £660.000 an Parteispenden untersuchten.

Nach dem Schritt, im Zuge der Ermittlungen, war Murrell bereits im März 2023 als Geschäftsführer zurückgetreten; im folgenden Jahr hatten Polizeirazzien seine frühere Wohnadresse und die Parteibüros der SNP betroffen. Seine ehemalige Ehefrau, die frühere First Minister Nicola Sturgeon, äußerte sich nach dem Gerichtstermin erschüttert und betonte, keine Kenntnis von den Verwendungen der betreffenden Gelder gehabt zu haben.